Raubmord vorgetäuscht Schlafende Frau in Münster mit Hammer erschlagen

Von dpa | 06.02.2017, 12:41 Uhr

Nach einem Streit wartet ein Fernfahrer, bis seine Frau ins Bett geht. Dann holt er einen Hammer und erschlägt sie im Schlaf. Vor Gericht schildert er die Bluttat. Ganz ruhig und sachlich.

Für den Mord an seiner schlafenden Frau muss sich ein Mann aus Reken (Kreis Borken) vor Gericht in Münster verantworten. Der 57-Jährige soll die Frau im Bett mit einem Hammer aus dem Gartenschuppen erschlagen haben. Seit Montag muss sich ein 57-jähriger Fernfahrer aus Reken (Kreis Borken) wegen Mord vor dem Schwurgericht Münster verantworten.

Zu Prozessbeginn legte der Mann ein umfassendes Geständnis ab. Vor der Bluttat Anfang September 2016 sei es wieder einmal zum Streit gekommen. Seine Frau habe damit gedroht, ihn zu verlassen, nachdem sie gemeint habe, ihn beim Chatten mit wildfremden Frauen erwischt zu haben. Da habe er nur noch einen Gedanken gehabt, sagte der Angeklagte: „Ich muss das jetzt zu Ende bringen.“

Drei Mal, so die Anklage, schlug der 57-Jährige auf den Kopf seiner schlafenden Frau ein. Dabei wurde der Schädel des Opfers zertrümmert. Die Frau starb innerhalb weniger Minuten. Der Fernfahrer gab zu, anschließend nach dem Puls seiner Frau gefühlt zu haben, um sich zu vergewissern, dass sie tot ist. Ganz ruhig und sachlich schilderte er sein weiteres Vorgehen. Er habe den Schmuck der 54-Jährigen zusammengerafft und Schränke und Schubladen aufgerissen. So habe er die Tat als Raubmord eines Unbekannten tarnen wollen.

Nachdem der Mann in der Nacht den rund 1,7 Kilo schweren Hammer im Wesel-Datteln-Kanal versenkt und den Schmuck in einem Waldstück vergraben hatte, alarmierte er die Polizei. Die Beamten richteten ihren Verdacht jedoch schnell auf den 57-Jährigen selbst. Schließlich legte der Mann in einer seiner ersten Vernehmungen ein Geständnis ab.

Dass er häufig auf Dating-Portalen mit anderen Frauen gechattet hat, gab der Angeklagte vor Gericht zu. „Das war eine Art Sucht“, sagte er. „So konnte ich mal ausbrechen aus dem Alltag.“ Seine Frau habe ihm wegen seiner Leidenschaft immer mal wieder Vorhaltungen gemacht. Letztendlich sei ihm aber klar gewesen, dass sie ihn wohl nie wirklich verlassen hätte. Einen echten Anlass für die Bluttat, räumte Verteidiger Stephan Kreuels ein, habe es daher wohl nicht gegeben.