Projektil aus Brust entfernt Dreijähriger Junge in Bad Salzuflen angeschossen

Von Lorena Dreusicke | 07.02.2017, 12:51 Uhr

In einem Wohngebiet in Bad Salzuflen im Kreis Lippe ist am Sonntagabend ein dreijähriges Kind angeschossen worden.

Eine Familie aus Krefeld war zu Besuch in Bad Salzuflen. Als die Eltern mit ihrem dreijährigen Sohn in einem Wohngebiet im Ortsteil Schötmar aus dem Auto stiegen, schrie der Junge plötzlich und fasste sich an seine Brust, die blutete. Die Eltern fuhren sofort mit dem Kind ins Klinikum Herford.

Die Ärzte entfernten ein Geschoss aus der Brust des Jungen. Die Verletzung sei nicht lebensgefährlich gewesen. Die Krankenhaus-Mitarbeiter informierten die Polizei.

Zufälliges Opfer?

Da es sich um eine syrische Familie handelt, wurde der Staatsschutz eingeschaltet, der einen politischen Hintergrund der Tat prüft. Für diesen gebe es jedoch keine Hinweise, sagte Oberstaatsanwalt Ralf Vetter unserer Redaktion. Die Staatsanwaltschaft Detmold und die Mordkommission befassen sich mit dem Vorfall.

Von einem versuchten Mord oder einer ausländerfeindlich motivierten Tat sei derzeit aber nicht auszugehen. „Im Augenblick sieht es so aus, als wurde der Junge zufällig ausgewählt“, sagte Vetter. Hinweise auf den Täter gebe es noch nicht.

Besonders schwer getroffen

Der Schuss ging laut den Ermittlern von einem Luftgewehr oder eine Luftpistole aus. Die Schwere der Verletzung des Jungen werfe jedoch Fragen auf. Normalerweise trügen Personen, die von Diabolos – Projektilen von Luftgewehren – getroffen werden, maximal Blutergüsse davon. Vetter: „Es ist unüblich, dass Kleidung und Haut davon durchschlagen werden.“ Zu klären sei daher, ob aus sehr kurzer Entfernung auf den Jungen geschossen wurde oder ob es sich um eine Waffe handelt, die in Deutschland nicht zugelassen ist.

Dass mit Luftgewehren auf Personen geschossen wird, kommt laut Vetter häufiger vor. Allein in Bad Salzuflen seien zwei Fälle bekannt. „Tatort und Tatzeit waren aber ganz andere“, sagte Vetter. Die Opfer erlitten Prellungen, die Täter seien nicht gefasst worden.

Dem dreijährigen Jungen gehe es mittlerweile wieder besser. Er wurde am Dienstagmorgen aus dem Klinikum entlassen. Zuerst hatte die „Lippische Landeszeitung“ über den Fall berichtet.

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