Polizei hilft Ehepaar Autofahrer mit Tunnelphobie steckt auf B61 in Minden fest

Von Svenja Kracht | 30.12.2016, 15:14 Uhr

Die Polizei, Dein Freund und Helfer heißt es. Dass die Polizei in Minden beides ist, hat sich am Mittwoch auf der B61 gezeigt. Dort hatte ein Autofahrer vor dem Weserauentunnel gestoppt, da er unter einer Tunnelphobie leidet.

Ein älteres Ehepaar aus dem Münsterland war auf dem Heimweg aus dem Weihnachtsurlaub und wollte lieber gemütlich „über Land“ fahren statt über die Autobahnen zu rasen. Dass der Mann dabei in Minden auf den seit dem Jahr 2002 bestehenden Weserauentunnel treffen würde, habe er nach Angaben der Pressemitteilung der Polizei nicht gewusst. „Dass es vorher auf der Strecke kein Schild gibt, das auf den Tunnel hinweist, ist uns bisher auch noch nicht aufgefallen“, sagt Ralf Steinmeyer, Sprecher der Polizei Minden-Lübbecke, auf Nachfrage unserer Redaktion.

Nun stand er vor dem Tunnel – die in beide Richtungen zweispurige Straße ist mit einer Autobahn zu vergleichen – und konnte weder vor noch zurück, denn die Tunnelphobie habe ihn fahrunfähig gemacht. Den Sitzplatz mit seiner Frau zu tauschen war auch keine Option, denn die besitzt keinen Führerschein.

Mit Smalltalk ablenkt durch den Tunnel gefahren

Er sah schließlich keinen anderen Ausweg, als hilfesuchend die Polizei zu verständigen. Zuvor sicherte er seinen Wagen noch ordnungsgemäß ab, heißt es von der Polizei. Die rückten umgehend aus, ließen sich das Problem schildern und schritten zur Tat. Der Ehemann wurde – abgelenkt durch etwas Smalltalk – in einem Streifenwagen durch den 1730 Meter langen Weserauentunnel chauffiert.

Seinen eigenen Wagen samt Ehefrau steuerte eine Polizistin. Am anderen Ende, im Bereich Porta Westfalica, setzte das Ehepaar die Fahrt wieder alleine fort. Zuvor hatten sie sich noch bei ihren „Helfern in der Not“ herzlich bedankt. Die Mindener Beamten nannten diesen Einsatz den ungewöhnlichsten des Jahres 2016.

Ralf Steinmeyer lobt das richtige Verhalten des Mannes: „Dass jemand in einer solchen Stress-Situation noch diesen klaren Gedanken fasst, sein Auto rechts an den Straßenrand fährt und ordnungsgemäß absichert, ist sehr verantwortungsbewusst. Wenn jeder so handeln würde, hätten wir weniger Unfälle.“