Nach Polizeiwarnung kommt kein Bus Hankenhof als Deckmantel missbraucht: Kaffeefahrt ausgefallen

Von Karsten Grosser | 16.01.2017, 19:29 Uhr

Eine angebliche Kaffeefahrt zum „Hankenhof“ des verstorbenen XXL-Ostfriesen Tamme Hanken in Filsum ist nach einer Warnung der Polizei offenbar ausgefallen.

Am Montagmorgen um 6.30 Uhr sollte in Gütersloh Abfahrt für eine sogenannte Kaffeefahrt zum „Hankenhof“ des verstorbenen XXL-Ostfriesen Tamme Hanken sein. Teilnehmern wurden Geldgeschenke und Gewinne versprochen. Doch laut der Polizei Gütersloh erschien zur geplanten Zeit kein Bus am ZOB in der Kaiserstraße. Grund dafür könnte eine Warnung der Polizei gewesen sein. Die Beamten sowie das Ordnungsamt Filsum hatten zuvor ermittelt, dass die gesetzlich erforderliche Anmeldung der Werbeverkaufsveranstaltung als Wanderlager nicht erfolgt war. Die Polizei ging deshalb davon aus, dass die Organisatoren den „Hankenhof“ als „Deckmantel“ missbrauchen wollten.

Carmen Hanken warnt auf Facebook

Untermauert wird diese Vermutung durch ein Facebook-Posting, das Tamme Hankens Witwe Carmen Hanken veröffentlicht hat. In diesem betonte sie, dass auf dem „Hankenhof“ keine Verkaufsveranstaltungen stattfinden würden und warnte in Bezug auf die geplante Kaffeefahrt ab Gütersloh: „Hier wurde offensichtlich der Hankenhof für Werbezwecke missbraucht.“ Bei Busreisen zum Hankenhof würde sie exklusiv mit einem Unternehmen zusammenarbeiten. Bei diesen Touren werde niemand zum Kauf von irgendetwas genötigt.

Die Ermittlungen des Ordnungsamtes Filsum hatten nach Polizeiangaben zuvor ergeben, dass der „Hankenhof“ bei der Kaffeefahrt zwar angesteuert werden sollte, dass dort aber nur eine kurze Hofführung stattgefunden hätte. Vom Veranstalter angekündigte kostenlose Mahlzeiten und Verkaufsverstaltungen hätten an einem unbekannten Ort erfolgen müssen. Dass der Bus nun gar nicht erst in Gütersloh erschien, war für die Beamten keine Überraschung. Das sei der normale Ablauf, wenn unseriös wirkende Kaffeefahrten vorab gemeldet würden, sagte ein Polizist.

Polizei warnt vor unseriösen Kaffeefahrten

Nach Erfahrung der Polizei geraten vor allem Senioren auf Kaffeefahrten immer wieder an unseriöse Verkäufer, die ihnen nur das Geld aus der Tasche ziehen wollen. Statt versprochener Gewinne stünden dann Werbe- und Verkaufsveranstaltungen im Vordergrund, bei denen die Teilnehmer unter Druck gesetzt und zu Kaufverträgen gezwungen würden. Die gepriesenen Schnäppchen seien oft teurer und minderwertiger als im Fachhandel. Vor allem bei Medikamenten sei Vorsicht geboten. Da der wahre Zielort nicht bekannt sei, könnten die Reisen auch ins Ausland führen. Da die meisten seriösen Busunternehmer keine Kaffeefahrtenaufträge annehmen würden, stellten der oftmals technisch schlechte Zustand der Busse sowie übermüdete Busfahrer ein Unfallrisiko dar. Die Polizei warnte ausdrücklich davor, an solchen Fahrten teilzunehmen.