Mehrheit stimmt für Antrag Münster: Stadt soll legale Cannabis-Abgabe prüfen

Von Alexander Klay | 27.08.2015, 21:02 Uhr

Legale Cannabis-Abgabe auch in Münster? Nach Bremen und Berlin prüft nun auch die Stadt in Westfalen ein Forschungsprojekt zur kontrollierten Abgabe der weichen Droge.

Ein entsprechender Antrag wurde jetzt im städtischen Sozialausschuss mit den Stimmen von Grünen, SPD, Piraten, ÖDP, Linken und FDP beschlossen. Endgültig muss der Rat der Stadt Münster am 16. September über das Vorhaben befinden. Unterstützt wird das Vorhaben von der Bürgerinitiative „Hanffreunde Münster“. 

Demnach soll die Stadt Münster prüfen, ob ein wissenschaftliches Modellprojekt zur kontrollierten Cannabis-Abgabe unter den Aspekten der Medizin, Gesundheit und der Einhaltung des Jugendschutzes denkbar ist. Ähnliche Vorhaben gibt es derzeit unter anderem in Bremen und im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Auch soll es eine Fachkonferenz zum Thema „Verantwortungsvollen Regulierung von Cannabis auf kommunaler Ebene“ geben. (Weiterlesen: Tausende fordern bei Hanfparade Cannabis-Legalisierung) 

CDU gegen Cannabis-Abgabe

Scharfe Kritik an dem Vorhaben äußert unterdessen Oberbürgermeister Markus Lewe (CDU): „Es ist kaum zu glauben: Anstatt etwas für Münster zu tun befasst sich Rot-Grün mit der Legalisierung des Drogenkonsums. Das bringt Münster nicht voran“, schreibt er auf Facebook. Ähnlich aufgebracht der CDU-Kreisvorsitzende Josef Rickfelder. Er wirft den Grünen vor, mit ihrer Initiative „erneut einen Beitrag zur Verharmlosung des Drogenkonsums zu leisten“. Münster werde so zu einem beliebten Tagesziel für Drogenabhängige aus der ganzen Region. Weiter schreibt er: „Die Grünen wollen keinen Katholikentag, keine Tour de France, keinen Umgehungsstraßenausbau, dafür aber möglichst viele Windräder, massive Nachverdichtung von Wohnquartieren, verkaufte Kirchen und flächendeckend Tempo 30 – da benötigt man schon einen möglichst leichten Zugang zu einem Rauschmittel, damit man sich hier noch wohlfühlt.“ (Weiterlesen: Polizeigewerkschaft warnt vor Cannabis-Freigabe)