Katastrophenfall im Kreis Wesel Land unter am Niederrhein – Sandsäcke sollen Issel-Deich sichern

Von dpa | 02.06.2016, 09:33 Uhr

Noch immer kämpfen die Rettungskräfte am Niederrhein mit den Folgen der schweren Regenfälle aus der Nacht. Da zieht bereits ein neues Unwettergebiet heran. Sorge machte ein Deich des sonst so stillen Flüsschens Issel.

Nach den schweren Regenfällen am Niederrhein blicken die Menschen mit Sorge auf einen Deich an dem kleinen Fluss Issel. In Hamminkeln ist das Wasser an zwei Stellen über den Damm getreten, an einer Stelle ist er abgesackt. „Die Lage ist angespannt“, sagte Frank Brändel vom Krisenstab des Kreises Wesel am Donnerstag. Um den Deich zu entlasten soll er gezielt angebohrt werden, damit Wasser auf Wiesen und Felder abfließen kann. Menschen sind nach Angaben von NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) nicht zu Schaden gekommen.

Starker Regen erwartet

Vom Deutschen Wetterdienst (DWD) kommen schlechte Nachrichten für die Menschen in den Hochwassergebieten: Die Meteorologen warnen erneut vor länger anhaltendem, starken Regen. Für Teile von Ostwestfalen und des Sauerlands gab es eine erneute Unwetterwarnung. Ein Regengebiet sollte erneut von Ost nach West über das Land ziehen.

Regenmengen wie in zwei ganzen Monaten

In Hamminkeln fielen nach DWD-Angaben innerhalb von 24 Stunden 120 Liter Regen pro Quadratmeter, durchschnittlich sind es im ganzen Monat Mai etwa 74 Liter pro Quadratmeter. Der Pegel der Issel stieg innerhalb weniger Stunden von normalerweise rund 50 Zentimetern auf 2,10 Meter. Hunderte von Rettern sicherten den durchgeweichten Damm mit Sandsäcken. Der Kreis rief den Katastrophenfall aus. Die örtliche Feuerwehr wurde von Kollegen aus dem Ruhrgebiet unterstützt. 20 000 Sandsäcke lagen für die Dammsicherung bereit.

Gewerbegebiet überflutet

Das Landesumweltamt meldete am Vormittag, dass der Pegel nicht mehr steigt. Aber selbst bei einem Dammbruch bestünde keine Gefahr für Leib und Leben, versicherte eine Sprecherin des Krisenstabs. Bei einem Dammbruch würde das dahinterliegende Gewerbegebiet überflutet.

In der historischen Altstadt von Xanten gab die Feuerwehr am Donnerstagmorgen hingegen Entwarnung, nachdem das Wasser dort stundenlang nicht abgeflossen war. Die meisten Keller waren ausgepumpt und die Gullis wieder frei. Schulen und Kindergärten blieben nach Angaben der Stadtverwaltung aber geschlossen.

Bahnstrecke gesperrt

Die Bahnstrecke zwischen Xanten und Millingen ist weiter unterbrochen, nachdem Schlamm und Geröll auf die Gleise gespült wurden. Die Reparaturarbeiten werden voraussichtlich mehrer Tage dauern. Die Autobahn 61 wurde bei Nettetal wegen eines Erdrutsches in den Niederlanden gesperrt. Der Verkehr wurde nach Angaben der Autobahnpolizei ab Mönchengladbach umgeleitet.

In Düsseldorf dauerten die Aufräumarbeiten an. In der Landeshauptstadt waren am Mittwochabend mehrere Straßentunnel voll Wasser gelaufen. Die Autobahn 46 musste gesperrt werden. Viele innerstädtische Straßen wurden ebenfalls überflutet.