Geld fürs Weltkulturerbe FDP-Politiker: 100000 Euro im Jahr für Kloster Corvey

Von Florian Pfitzner | 27.07.2014, 21:29 Uhr

Trotz des prestigeträchtigen Titels sieht die rot-grüne Landesregierung in Düsseldorf davon ab, die fünf nordrhein-westfälischen Weltkulturerbe der UNESCO mit einem festen Grundbetrag zu fördern. Das geht aus einer Antwort auf eine Kleine Anfrage hervor, die unserer Zeitung vorliegt. In der FDP wünscht man sich mehr Achtung vor den historischen Stätten.

Um mögliche Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) etwa für das Kloster Corvey in Höxter bereitzustellen, müsse klar sein, „worin der konkrete Förderbedarf besteht“, heißt es von der Landesregierung. Für die Periode 2014 bis 2020 konzentriert NRW seine Gelder aus dem EFRE-Topf auf die Ressorts Innovation, Mittelstand, Klimaschutz sowie nachhaltige Stadt- und Quartiersentwicklung. Grundsätzlich würden Förderprojekte in landesweiten wettbewerblichen Verfahren ausgewählt. Das UNESCO-Welterbekomittee hatte im Juni das Westwerk des Klosters Corvey und die Civitas Corvey als erste Kulturstätte in Westfalen zum Weltkulturerbe erklärt.

Für Marketingzwecke waren in der abgelaufenen Förderperiode zwischen 2007 und 2013 nach Angaben der Landesregierung mehr als 600000 Euro Landes- und EU-Mittel an ein Projekt des Kulturkreises Höxter-Corvey geflossen. Zudem zähle der Kreis Höxter zum Förderprogramm der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“, das Geld für den Tourismus bereithält.

Dem Mindener Landtagsabgeordneten Kai Abruszat (FDP) ist das zu wenig. „Eine institutionelle Förderung würde den Weltkulturerbestätten deutlich mehr Planungssicherheit verschaffen.“ Angesichts des wertvollen UNESCO-Titels „wäre dies nur ein Gebot der Klugheit“. Die Landesregierung solle sich nicht hinter Haushaltssperre verschanzen, so Abruszat, sondern die Strukturinvestitionen in Ostwestfalen-Lippe angehen.

Konkrete Förderanträge scheinen indes übliche Praxis zu sein. So wurde im Einzelplan des Bauministeriums in den Haushalten 2005 bis 2013 der Haushaltstitel „Zuschuss zu den Restaurierungsarbeiten am Dom zu Köln“ geführt. Im Schnitt flossen darüber knapp 880.000 Euro jährlich an die Weltkulturerbestätte. Im Haushalt für das laufende Jahr ist der Titel nun ersetzt durch: „Zuschuss zu den Restaurierungsarbeiten an Kirchenbauten von besonderer Bedeutung“, was an dem Adressaten kaum etwas ändern dürfte. Ansatz: 1,3 Millionen Euro.

Höxter und Köln siedelt Abruszat nicht auf derselben Stufe an. Etwas mehr Wertschätzung wünscht er sich trotzdem. 100000 Euro im Jahr hält er dabei für einen angemessenen Betrag. Schließlich müsse man das Erbe auch pflegen, „um Kloster Corvey kulturhistorisch und kulturtouristisch besser zu erschließen und zu vermarkten“.