Erntezeit für Runkelrüben Eine alte Ackerfrucht blüht auf

14.09.2011, 15:13 Uhr

Da werden Kindheitserinnerungen wach. Damals, Jahrzehnte ist es her, da ging der Opa gegen Abend mit Schubkarre und Gräpe zum Feld, um Runkelrüben zu ernten. Die Enkelkinder begleiteten ihn oft und sahen dann vergnügt zu, wie die großen Rüben an die Tiere verfüttert wurden, die beim Fressen genussvoll schmatzten. Lang, lang ist’s her.

Felder mit Runkelrüben, die muss man in dieser Region lange suchen. Eigentlich schade, fand Friedel Wilde – und baute auf zwölf Hektar die Runkelrübe an. Nun begann die Ernte. Nicht mehr mühsam von Hand. Heute sind schwere Erntemaschinen im Einsatz.

Wilde freut sich über das satte Grün auf seinem Feld. Die Rüben sind prächtig gewachsen. Nichts da mit Monokultur auf seinen Feldern, von wegen nur noch Mais für die Biogasanlage. Dort landen zwar auch die Runkeln. Doch Wilde findet es einfach gut für die Natur, wenn auf den Feldern auch andere Pflanzen wachsen. Und die Runkel, erzählt er, sei nun einmal die „Königsfrucht des Ackerbaus“.

Wann sie in Ledde das letzte Mal angebaut worden ist? Das könnte wohl vier Jahrzehnte her sein, vermutet der Landwirt. Die Runkel musste früher in Handarbeit geerntet werden. Das sei ein Grund gewesen, mit dem Anbau aufzuhören und stattdessen auf Mais zu setzen, der auch früher bereits maschinell geerntet wurde.

Zucker als Beschleuniger

Im vergangenen Jahr habe er eine kleinere Menge Runkeln ausprobiert und sei damit gut gefahren, schildert Wilde. Für die Biogasanlage könnten Mais und Runkeln gleichermaßen gut genutzt werden. Einen Vorteil hat die Runkel allerdings: Während der Mais rund 30 Tage brauche, bis er ausgegoren sei, seien es bei der Rübe – wegen des Zuckergehalts – nur 15 Tage. Von „schneller Energie“, spricht der Landwirt.

Bei der Ernte rechnet Friedel Wilde mit einem Ertrag von 60 Tonnen pro Hektar. Der Runkelanbau in Ledde wird keine Ausnahme bleiben. Wilde will auch im nächsten Jahr die Rüben wieder ernten.