Doch nicht 2018 fertig? A30-Nordumgehung in Bad Oeynhausen: Zeitpunkt der Fertigstellung unklar

Von Nadine Sieker | 07.11.2017, 15:00 Uhr

Wie schreiten die Arbeiten an der A30-Nordumgehung in Bad Oeynhausen voran? Ursprünglich sollte die neue Verbindung zwischen der A2 und der A30 Ende 2016 fertig werden. Derzeit kann der Sprecher der zuständigen Baubehörde auch nicht sicher sagen, ob die nächste Frist eingehalten werden kann.

Momentan laufen die Arbeiten im vierten und letzten Bauabschnitt im Löhner Kreuz auf Hochtouren, wie Sven Johanning auf Nachfrage unserer Redaktion erzählt. Johanning ist Sprecher der Regionalniederlassung Ostwestfalen-Lippe von Straßen NRW, der zuständigen Baubehörde. An der Stelle, an der später die neue Nordumgehung an die vorhandene A30 anschließen soll, gibt es noch viel zu tun. Derzeit wird an den beiden Brücken, die im Löhner Kreuz entstehen sollen, gearbeitet. Außerdem laufen dort Arbeiten für den Erd- und Fahrbahnbau.

Asphaltschicht kommt später

Neben den Schilderbrücken fehlt auch noch die letzte Asphaltschicht. „Dabei handelt es sich um offenporigen Asphalt. Damit dieser nicht von Baufahrzeugen beschädigt wird, wird diese Schicht erst im nächsten Jahr aufgetragen“, erklärt Johanning. (Lesen Sie auch: Arbeiten am Löhner Kreuz schreiten voran) 

Wann wird die Strecke freigegeben?

Die A-30-Nordumgehung soll eine wichtige Verkehrsachse entlasten. Derzeit quälen sich im Schnitt täglich rund 40.000 Fahrzeuge durch die Stadt. Vor allem im Berufsverkehr kommt es auf der Mindener Straße, über die Autofahrer bislang von der A30 auf die A2 und umgekehrt fahren, zu Staus. Wer dort entlang muss, hofft darauf, bald die neue Strecke nutzen zu können. Doch wann werden die Arbeiten abgeschlossen sein? „Wann die Nordumgehung freigegeben wird, kann man noch nicht sagen. Auch nicht, ob es 2018 wird“, sagt Johanning. Das hänge unter anderem davon ab, wie der Winter wird. (Lesen Sie auch: Brückenexplosion bei Dreharbeiten in Bad Oeynhausen) 

Vertrag durfte nicht aktualisiert werde

Dass Johanning keinen genauen Zeitpunkt nennen kann, hat aber auch noch einen anderen Grund: Zuständig für die Arbeiten am Löhner Kreuz ist der Papenburger Bauunternehmer Bunte. Straßen NRW hatte die Firma zunächst aufgrund eines angeblichen Formfehlers vom Vergabeverfahren ausgeschlossen. Bunte klagte dagegen, bekam vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf Recht und erhielt den Zuschlag für den Auftrag. Laut Johanning durfte der Vertrag nach dem Verfahren aber nicht mehr aktualisiert werden – und damit auch nicht die Baufristen, die bereits zu diesem Zeitpunkt verstrichen waren.

Wegen des Vergabestreits musste das Datum für die geplante Freigabe des 200 Millionen Euro teuren Projektes bereits von 2016 auf 2018 korrigiert werden.

Andere Arbeiten bereits abgeschlossen

Eine gute Nachricht gibt es aber dennoch: In den anderen Bauabschnitten sind die Arbeiten weitestgehend abgeschlossen.