Mutmaßlichem Täter wurden die Leistungen gekürzt Mitarbeiter von Jobcenter in Hattingen niedergestochen

In Hattingen in Nordrhein-Westfalen ist ein 58-jähriger Mitarbeiter des Jobcenters von einem Mann niedergestochen worden. Foto: Stefan Sauer/dpaIn Hattingen in Nordrhein-Westfalen ist ein 58-jähriger Mitarbeiter des Jobcenters von einem Mann niedergestochen worden. Foto: Stefan Sauer/dpa

AFP/dpa Essen. In Hattingen in Nordrhein-Westfalen ist ein 58-jähriger Mitarbeiter des Jobcenters von einem Mann niedergestochen worden.

Gegen den geständigen Täter wurde Haftbefehl wegen versuchten Totschlags erlassen, wie die Staatsanwaltschaft in Essen mitteilte. Als Motiv für die Gewalttat gab der 37-Jährige an, ihm seien die Leistungen gekürzt worden.

Den Angaben zufolge kam der mit einem Messer bewaffnete Mann am Montagnachmittag zu seinem zuständigen Sachbearbeiter und stach unvermittelt auf den Jobcenter-Mitarbeiter ein. Das Opfer habe dabei Verletzungen im Bauch- und Oberkörperbereich erlitten und schwebte zeitweise in akuter Lebensgefahr.

Der Zustand des Mitarbeiters war nach Angaben der Staatsanwaltschaft am Dienstagnachmittag „wieder stabil“. Der Täter war zunächst geflohen, konnte dann aber in der Nähe des Jobcenters ohne Widerstand festgenommen werden. Die Mordkommission aus Hagen übernahm die Ermittlungen.

Der Deutsche Landkreistag und die Gewerkschaft Komba reagierten bestürzt auf die Tat. „Bereits in der letzten Woche hatten wir mit der Attacke auf den Bürgermeister von Altena einen gewalttätigen Angriff auf einen Amtsträger zu beklagen“, sagte der Präsident des Landkreistages, Reinhard Sager, am Dienstag. Bei dem Fall in Altena wurde der Bürgermeister bei einem Messerangriff am Hals verletzt.

Die Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltungen würden sich mit großem Engagement für die Bürger einsetzen. Dazu gehörten manchmal auch Behördenentscheidungen, mit denen die Betroffenen nicht einverstanden seien, erklärte Sager. Der Vorsitzender der Komba Gewerkschaft NRW, Andreas Hemsing, sagte, solche Taten zeigten „die Verrohung der Gesellschaft“. Verbale oder tätliche Gewalt dürften nicht geduldet werden.