Nach „Wir Fluten Bielefeld“ Ravensberger Brauerei: neuer Brauort, alter Ärger

Von Christian Lang

Hat große Pläne: Brauerei-Chef Mike Cacic. Foto: Kristoffer FilliesHat große Pläne: Brauerei-Chef Mike Cacic. Foto: Kristoffer Fillies

Osnabrück. Neuigkeiten von der ostwestfälischen Ravensberger Brauerei: Es wird neue Sorten und auch einen neuen Brauort geben. Stress hat sie dagegen weiterhin mit der Wettbewerbszentrale.

Die ostwestfälische Ravensberger Brauerei erlangte in den vergangenen Monaten bundesweite Bekanntheit. Der Grund: Nachdem das Start-up ihr Bier „Bielefelder Flutlicht“ mit dem Hashtag „Endlich kein Bier mehr aus Herford“ beworben hatte, drohte dem Start-up eine empfindliche Geldstrafe. Die Wettbewerbszentrale München wurde auf den Marketing-Spruch aufmerksam. Zum einen werde durch den Spruch ein Mitbewerber – eine großere Brauerei in Ostwestfalen – verunglimpft. Darüber hinaus nahm die Wettbewerbszentrale daran Anstoß, dass das Bier „Bielefelder Flutlicht“ heißt, obwohl nicht dort, sondern in Brakel im Kreis Höxter, gebraut wurde. Brauerei-Chef Mike Cacic erhielt deshalb eine Unterlassungserklärung. Um eine empfindliche Geldstrafe zu vermeiden, durften die Flaschen, die mit dem ursprünglichen Etikett bedruckt wurden, seit dem 1. Oktober nicht mehr verwendet werden. Dabei handelte es sich um 160.000 Flaschen. Über die sozialen Netzwerke und eine eigene Homepage mit dem Titel „Wir fluten Bielefeld“ rief Cacic diverse Werbekampagnen ins Leben. Letztlich schaffte es Cacic, alle Flaschen zu verkaufen.

Neue Ziele

Nachdem dieses schwierige Unterfangen erreicht werden konnte, setzt sich der Brauerei-Chef nun neue Ziele. Dazu zählt unter anderem ein neuer Brauort. „Wir mieten uns ab sofort nicht mehr in der Schlossbrauerei Rheder, sondern in der Westheimer Brauerei in Westfalen ein. Die Westheimer Brauerei bietet uns unter anderem die Möglichkeit, auch kleinere Sude zu brauen, was uns helfen wird, eine größere Produktvielfalt zu gewinnen“, heißt es von Seiten der Ravensberger Brauerei. Das soll aber nur eine Übergangslösung werden. Denn in eins bis zwei Jahren möchte Cacic das „Bielefelder Flutlicht“ in Bielefeld brauen lassen. Auf dem Gelände der Möller-Werke soll in den kommenden Monaten eine Brauerei gebaut werden. „Bis dahin ist es natürlich noch ein langer Weg mit vielen offenen Fragen. Wir sind uns aber sicher, dass wir immer die passenden Antworten finden werden“, teilt Mike Cacic mit.

Weiterhin Streit mit Wettbewerbszentrale

Auch der Werbespruch ist mittlerweile geändert worden. Statt „Endlich kein Bier mehr aus Herford“ steht nunmehr „Aus Überzeugung anders“ auf den Etiketten. Vermutlich im Februar oder März 2018 soll es neben dem „Bielefelder Flutlicht“ zudem eine zweite Sorte geben.

Der Streit mit der Wettbewerbszentrale ist dagegen noch nicht vorbei. Nach Angaben des Unternehmers hätte die Wettbewerbszentrale München die Fristsetzung bis Ende September nicht akzeptiert. Eine Frist, bis wann die Flaschen verkauft werden dürften, habe es demnach nicht gegeben. „Die Zentrale hat sich seit Mai nicht mehr bei mir gemeldet. Erst kurz vor Fristende wurde mir gesagt, dass eine solche Frist nicht akzeptiert wird“, berichtete Cacic vor einigen Wochen gegenüber unserer Redaktion. Und das, obwohl der Slogan, der einen Mitbewerber angeblich verunglimpfen würde, nicht mehr verwendet und der Brauort (Höxter) auf den Etiketten geändert wurde. Die Wettbewerbszentrale würde sich vor allem daran stören, dass Cacic nach wie vor bestreiten würde, der ursprüngliche Slogan hätte einen Mitbewerber verunglimpft. „Es wurde niemand verunglimpft. Dabei geht es ums Prinzip“, sagt er. Voraussichtlich wird die Auseinandersetzung im ersten Quartal des kommenden Jahres vor Gericht verhandelt, so Cacic.