Bahnstrecke bei Münster kurzzeitig gesperrt Kinder legen Betonplatten auf Gleise – Zug schwer beschädigt

Der Streich hätte ganz böse enden können: Zwei Kinder haben beinahe einen Regionalzug entgleisen lassen. Sie hatten Betonplatten auf die Gleise gelegt.  Foto: dpaDer Streich hätte ganz böse enden können: Zwei Kinder haben beinahe einen Regionalzug entgleisen lassen. Sie hatten Betonplatten auf die Gleise gelegt. Foto: dpa

chl/pm Münster. Der Streich hätte ganz böse enden können: Zwei Kinder haben beinahe einen Regionalzug entgleisen lassen. Sie hatten bei Münster Betonplatten auf die Gleise gelegt.

Mitte November fuhr eine Regionalbahn aus Enschede in Richtung Münster gegen ein Hindernis auf den Gleisen. Der Zugfahrer leitete eine Schnellbremsung ein und der Zug kam zum Stehen. Von den rund 100 Fahrgästen wurde niemand verletzt.

Geringe Geschwindigkeit

Nach Sichtung des Zuges stellte der Zugführer fest, dass Betonplatten mehrschichtig in einer Weiche rechts und links auf den Schienenköpfen platziert und vom Zug zerfahren wurden. Da der Zug mit geringer Geschwindigkeit unterwegs war, kam es nicht zu einer Entgleisung.

Allerding wurde der Schienenräumer beidseitig verbogen und ein Bremssandrohr riss ab. Die Bundespolizei nahm die Ermittlungen auf und konnte im Nahbereich zu den Gleisen zwei Jugend-Mountainbikes auffinden und sicherstellen.

30 Abdeckplatten

Fahrgäste gaben an, dass sie kurz vor dem heftigen Aufprall zwei Kinder oder Jugendliche haben weglaufen sehen. Weiterhin wurde ermittelt, dass es sich bei dem Hindernis um insgesamt 30 Abdeckplatten aus Beton handelte. Sie wurden einem neben der Strecke verlaufenden Kabelschacht auf einer Länge von 14 Metern entnommen. Die Bahnstrecke war bis abends gesperrt. Da der Zug nicht mehr fahrtüchtig war, wurde er im Bahnhof Ochtrup ausgesetzt und für die Reisenden ein Ersatzzug bereitgestellt. Die Sachschadenshöhe liegt im vierstelligen Bereich.

Kinder melden sich

Am nächsten Tag meldeten zwei Kinder (elf und zwölf Jahre) auf der Polizeiwache Ochtrup ihre zwei Mountainbikes als gestohlen. Es konnte schnell ermittelt werden, dass es sich bei den Kindern um die Besitzer der sichergestellten Mountainbikes handelte.

Nach einer polizeilichen Befragung der Kinder gaben sie schließlich zu, dass sie das Hindernis auf den Gleisen bereitet hätten und vor lauter Schreck wegen des lauten Knalls beim Zusammenprall mit dem Zug die Flucht ergriffen. Sie gaben auch zu, bereits eine Woche zuvor an gleicher Stelle Schottersteine auf die Gleise gelegt zu haben.