Am 3. November Ehemaliges Dyckerhoff-Kalkwerk in Lengerich wird gesprengt

Von Michael Baar

Das ehemalige Kalkwerk auf dem Werksgelände der Firma Dyckerhoff soll am 3. November gesprengt werden. Vor neun Jahren war die Anlage (im roten Kreis) stillgelegt worden. Foto: DyckerhoffDas ehemalige Kalkwerk auf dem Werksgelände der Firma Dyckerhoff soll am 3. November gesprengt werden. Vor neun Jahren war die Anlage (im roten Kreis) stillgelegt worden. Foto: Dyckerhoff

Lengerich. Mit einem lauten Knall soll am 3. November gegen 10 Uhr das ehemalige Kalkwerk auf dem Werksgelände Dyckerhoff in Lengerich endgültig Vergangenheit sein. Für diesen Tag ist die Sprengung des in den 1960er Jahren in Betrieb genommenen Gebäudes vorgesehen. 2008 war das Werk stillgelegt worden.

Die Abbruchgenehmigung liegt nach Angaben des Unternehmens seit dem 19. September vor. Die Sprengung des alten Werkes wurde für den Abbruch gewählt, weil „Mitarbeiter, Anwohner und die Umwelt deutlich weniger und kürzer belastet werden aus durch eine monatelange, lärm- und staubintensive Demontage“, heißt es in einem Informationsblatt von Dyckerhoff.

Das ehemalige Kalkwerk ist rund 40 Meter breit und bis zu 45 Meter hoch. Neben einer Ofenbatterie mit fünf Kalkschachtöfen umfasst es Aufzugstürme für die Materialbeschickung und den Personentransport, eine Filteranlage sowie einen Leitstand. Gesprengt werden am 3. November die Ofenbatterie und die Aufzugstürme.

Bei den übrigen Anlagen läuft der mechanische Rückbau oder ist bereits abgeschlossen.

100 Tonnen schadstoffhaltige Materialien

Eine detaillierte Bestandsaufnahme im ehemaligen Kalkwerk hat ergeben, dass rund 7000 Tonnen Baustoffe und Baumischabfälle sowie rund 100 Tonnen schadstoffhaltige Materialien wie Asbest, alte Dämmstoffe, PAK- oder PCB-haltige Stoffe und Leuchtstoffröhren anfallen.

Nach eigenen Angaben hat Dyckerhoff auf dieser Basis ein zweistufiges Rückbau- und Entsorgungskonzept erarbeitet. Schadstoffhaltige Materialien, die durch die Sprengungen freigesetzt werden könnten, seien bereits entfernt worden. Nach der Sprengung würden die Materialien am Boden sortiert. Sollten in Einzelfällen Stoffe nicht eindeutig erkennbar sein, finde eine chemische Untersuchung statt, sichert das Unternehmen zu. Für den Abtransport des Schutts sind bis zu 300 Lkw-Fuhren erforderlich.

Vorgewässertes Fallbett

Die Sprengung übernimmt die Thüringer Sprenggesellschaft mbH, die bereits zahlreiche große Anlagen gesprengt hat. Um die Nachbarschaft vor Beeinträchtigungen zu schützen, wurde eine Erschütterungsprognose erstellt. Die gesprengten Anlagenteile sollen in ein rund 43 mal 53 Meter großes, trichterförmiges, vorgewässertes Fallbett stürzen. Während der Sprengung wird zwischen Fallbett und den angrenzenden Flächen ein Wasserschleier errichtet. Die Sprengung selbst ist so berechnet, dass auch die direkt benachbarten weiteren Anlagen von

Dyckerhoff nicht beeinträchtigt werden.

Aufgrund der Entfernung der nächsten Wohngebäude von mindestens 150 Meter vom Sprengort, des ansteigenden Geländes und des Baumbewuchses schätzen die Sprengspezialisten schädliche Auswirkungen in der Nachbarschaft als unwahrscheinlich ein.

So läuft die Sprengung ab

Das alte Kalkwerk soll am Freitag, 3. November, gegen 10 Uhr gesprengt werden. Die Sprengung wird durch Sprengsignale angekündigt und beendet:

  • Ein langer Fanfarenstoß: Achtung! Die Sprengung steht in Kürze bevor!
  • Zwei kurze Fanfarenstöße: Achtung! Es wird gezündet!
  • Drei kurze Fanfarenstöße: Die Sprengung ist beendet!

Anlieger sollten aufgrund des Detonationsknalls keine Haustiere frei herumlaufen lassen, Fenster und Türen schließen und Belüftungs- und Klimaanlagen abschalten. Auch Wäsche sollte an diesem Vormittag nicht im Freien getrocknet werden.

Dabei sein

Wer die Sprengung beobachten möchte, kann am 3. November ab 9.30 Uhr zu dem Beobachtungspunkt Dyckerhoffstraße/Ecke Schlenkhoffstraße kommen.