Kunstschau in Münster Warum es beim Abbau der Skulptur-Projekte Geld regnete

Von Meike Baars

Spenden durch den Schlitz: Dieser Granitfels wurde am Donnerstagabend von Helfern abgebaut. Das darin gesammelte Geld ergoss sich auf dem Wiesenboden. Foto: Imago/Rüdiger WölkSpenden durch den Schlitz: Dieser Granitfels wurde am Donnerstagabend von Helfern abgebaut. Das darin gesammelte Geld ergoss sich auf dem Wiesenboden. Foto: Imago/Rüdiger Wölk

Münster. Die Skulptur-Projekte in Münster sind vorbei – zumindest beinahe. Für die vielen Helfer gehen sie weiter. Beim Abbau werden sie Teil der Kunstschau. Dann, wenn es auf einmal Geld auf sie herabregnet.

Auf einmal prasselten Münzen und Geldscheine auf die Helfer herab, als sie den vier Meter hohen Stein ankippten. Sie wurden so Teil des Kunstwerks „Momentary Monument – The Stone“ von Lara Favaretto. Den Effekt hatte die italienische Künstlerin wohlweislich eingeplant. (Weiterlesen: So geht das Kunstspektakel der Skulptur-Projekte zu Ende)

Schmaler Schlitz für Spenden

Der graue Monolith, den sie für die Münsteraner Skulptur-Projekte gefertigt hatte, trug einen Schlitz, durch den Besucher der Kunstschau in den vergangenen drei Monaten Geld hatten stecken können. Beim Abbau des Steins ergoss sich dessen Inhalt auf den Wiesenboden zwischen Ludgeriplatz und Promenade.

Welche Spendensumme zusammengekommen ist, werde im Sinne der Künstlerin nicht verraten, sagte Projektsprecherin Judith Frey. Wohin das Geld gehen soll, ist indes bekannt: Die Spenden gibt Favaretto an einen Verein in Büren, der sich für Menschen in Abschiebehaft einsetzt.

Standort nahe der Ausländerbehörde

Der Granitfels, in dem das Geld steckte, hatte in unmittelbarer Nähe der städtischen Ausländerbehörde gestanden – eine bewusste Entscheidung. Seine symbolische Bedeutung erhalte das Objekt „durch den ortsspezifischen Zusammenhang“, heißt es in der Beschreibung des Skulptur-Projekts. (Weiterlesen: Das waren fünf Highlights der Skulptur-Projekte)

Mit einem Schwerlaster wurde der massive Stein am Donnerstagabend zu einem Münsteraner Bauhof geschafft. Dort werden ihn Mitarbeiter zerstören. Der Schotter soll in einem neuen Bauprojekt in der Stadt Verwendung finden, erklärte die Sprecherin. Auch damit werde dem Willen der Künstlerin Rechnung getragen.

Besucherrekord 2017

Die Skulptur-Projekte waren am 1. Oktober mit einem Besucherrekord zu Ende gegangen. Mehr als 600.000 Menschen hatten sich die Ausstellung angesehen. Sie findet alle zehn Jahre statt und gilt als eine der wichtigsten Skulpturschauen weltweit.