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Bluttat in Detmold Mutter und Kind erstochen: Mutmaßlicher Täter saß wegen versuchten Mordes

Beamte der Spurensicherung betreten in Detmold ein Mehrfamilienhaus. Foto: dpaBeamte der Spurensicherung betreten in Detmold ein Mehrfamilienhaus. Foto: dpa 

ski/dpa Detmold. Mehr als einen Tag nach dem Fund einer getöteten Mutter und ihrem ebenfalls erstochenen Sohn ist der mutmaßliche Täter weiter auf der Flucht. Er hat nach Angaben der Polizei schon einmal versucht, einen Menschen zu töten. Er war zu acht Jahren haft verurteilt worden.

Verdächtig ist ein 53 Jahre alter Nachbar der Opfer, in dessen Wohnung die Toten am Montagabend gefunden worden waren. Von ihm fehle weiter jede Spur, teilte die Polizei am Mittwochmorgen mit. Am Dienstag hatten Beamte der Spurensicherungen die beiden Wohnungen, das Treppenhaus und den Keller des Hauses durchsucht.

Polizei und Staatsanwaltschaft teilten am Mittwoch mit, dass der Tatverdächtige bereits im Jahr 2005 zu einer Haftstrafe von acht Jahren wegen versuchten Mordes verurteilt wurde.

Die damalige Tat weise Ähnlichkeiten zu dem aktuellen Tötungsdelikt auf. In beiden Fällen habe es sich um Beziehungstaten gehandelt. Die Polizei geht nicht davon aus, dass von dem Mann eine unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung ausgeht.

Nach seiner Haftentlassung sind bis zu der jetzigen Tat keine weiteren Straftaten durch den Mann bekannt geworden.

Nach dem Tatverdächtigen wird mit Foto und Personenbeschreibung gefahndet:

Der Tatverdächtige ist 1,72 Meter groß, Brillenträger und von kräftiger Statur. Wie Kriminalhauptkommissar Thorsten Stiffel der Lippischen Landeszeitung sagte, habe sich der Gesuchte vor einigen Wochen eine Verletzung am linken Arm zugezogen. „Er muss eine abnehmbare Gipsschiene tragen. Außerdem soll er einen Rucksack mitgenommen haben, der einem Bundeswehrrucksack ähnlich sehen soll“, zitiert die LZ Stiffel.

Opfer und Täter kannten sich

Die junge Frau und ihr Sohn wohnten nach Angaben der Polizei erst seit wenigen Wochen in einer Wohnung des Hauses nahe der Innenstadt. Der mutmaßliche Täter und die Opfer sollen sich demnach gekannt haben.

Die Obduktion ergibt, dass Mutter und Kind durch Stich- beziehungsweise Schnittverletzungen ums Leben kamen. „Wenn man eine Mutter mit ihrem sechsjährigen Kind getötet durch so viele Stichverletzungen sieht, das ist schon grausam“, sagt Oberstaatsanwalt Christopher Imig. Die Tatwaffe ist demnach wahrscheinlich ein Messer. Dieses sei aber noch nicht gefunden worden.

Detmold hat rund 75.000 Einwohner und ist die größte Stadt des Kreises Lippe im Nordosten von Nordrhein-Westfalen. Erst im August hatte eine Bluttat hier für Aufsehen gesorgt: Damals war ebenfalls eine junge Mutter erstochen worden. Hintergrund war damals ein Beziehungsdrama.

In einer früheren Version dieses Berichts hieß es fälschlicherweise, der Mann habe schon einmal getötet. Das ist nicht richtig. Er wurde wegen versuchten Mordes verurteilt.


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