Beliebtes Ausflugslokal Maikotten in Münster durch Feuer zerstört: Es war Brandstiftung

Von Meike Baars

Nicht mehr bewirtbar: Das Münsteraner Ausflugslokal Maikotten bleibt nach der Brandstiftung geschlossen. Foto: Oliver WernerNicht mehr bewirtbar: Das Münsteraner Ausflugslokal Maikotten bleibt nach der Brandstiftung geschlossen. Foto: Oliver Werner

Osnabrück. Ausflugslokal in Flammen: Vier Tage nach dem verheerenden Brand in dem Münsteraner Ausflugsrestaurant Maikotten steht die Ursache des Feuers fest. Es war Brandstiftung. Gibt es einen Zusammenhang zu einem Einbruch im Februar?

Nach dem verheerenden Feuer im Münsteraner Ausflugslokal Maikotten ermittelt die Polizei nun wegen Brandstiftung. Ein Brandsachverständiger des Landeskriminalamts habe Hinweise darauf gefunden, dass das Feuer gelegt worden sei, bestätigte eine Polizeisprecherin am Freitag unserer Redaktion. Zuerst hatten die Westfälischen Nachrichten (WN) über den neuen Ermittlungsansatz berichtet. Konkretere Informationen zu den Hinweisen auf Brandstiftung wollte die Polizei nicht herausgeben. Ein technischer Defekt sei jedoch auszuschließen.

Restaurant nicht mehr bewirtbar

Das auch bei Ausflüglern aus Osnabrück und dem Emsland beliebte Restaurant-Hotel Maikotten war bei dem Brand am Dienstagabend fast vollständig zerstört worden. Die Flammen hatten sich durch das Dach gefressen. Das mehr als 100 Jahre alte Gebäude gilt zwar nicht als einsturzgefährdet, aber einige Deckenteile seien instabil, berichteten die WN. „Das Restaurant ist so schwer beschädigt worden, dass wir unsere Arbeit dort nicht mehr fortsetzen können“, schreiben die Betreiber auf der Homepage des Lokals. Es war 2014 kurzzeitig bundesweit bekannt geworden, als Fernsehkoch Frank Rosin Karte und Service auf Vordermann bringen sollte.

Schon im Februar hatten Unbekannte versucht, das Ausflugslokal in Brand zu stecken. Große Mengen Brandbeschleuniger wurden in den Räumen verteilte, berichteten damals die Lokalzeitungen. Die Täter seien aber offenbar gestört worden. Sie wurden nie ermittelt.

Versuch der Brandstiftung schon im Februar

Ob es einen Zusammenhang zu der aktuellen Brandstiftung gibt, ist laut Polizei noch unklar. Im Februar hatten die Täter Betriebsferien des Restaurants genutzt, um einzubrechen. Auch am Dienstagabend, als die Flammen durchs Dach schlugen, war das Lokal geschlossen.

Pächter Michael Leick, der den Maikotten seit mehr als zehn Jahren betreibt, war in jüngster Zeit in die Kritik geraten, weil er AfD-Treffen in seinem Haus beherbergte und Veranstaltungen der rechtspopulistischen Partei mit Catering versorgte. Dass die Brandstiftung möglicherweise politisch motiviert gewesen sein und mit der AfD-Bewirtung in Zusammenhang stehen könnte, verwies die Polizeisprecherin in den Bereich der Spekulation. Es werde „in alle Richtungen ermittelt“.


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