Polizei sucht Halter Fremder Hund zerfleischt Rehpinscher in Bielefeld

Verängstigt schaut Rehpinscher Ben drein. Ein fremder Hund hat ihn halb zerfleischt. Foto: Laura BlomeVerängstigt schaut Rehpinscher Ben drein. Ein fremder Hund hat ihn halb zerfleischt. Foto: Laura Blome

Bielefeld. Ende Februar ist der Rehpinscher von Laura Blome aus dem Bielefelder Stadtteil Quelle beim Gassi gehen von einem anderen Hund halb zerfleischt worden. Während Hund Ben ums Überleben kämpft, sucht die Polizei nach dem Halter des anderen Hundes.

Verängstigt schaut Laura Blomes Hund Ben auf dem Foto drein, das nach der fünfstündigen Notoperation am 27. Februar entstanden ist. Der achtjährige Rehpinscher steht auf dem Bild noch auf der Liege beim Tierarzt – ein großes Pflaster an der Hüfte, rote Verbände um Hals und am Bein. Schuld daran ist ein fremder Hund, wie Blome erzählt.

Beim Gassi gehen angegriffen

Ihre Nachbarin, die selbst zwei Hunde habe, sei an dem Montag im Bielefelder Stadtteil Quelle mit Ben Gassi gegangen. Auf einem Weg, der von beiden Seiten von Wiesen gesäumt ist, sei plötzlich ein fremder Hund angeschossen gekommen. Dabei soll es sich um einen braunen Labrador gehandelt haben. „Er hat sich Ben geschnappt, auf ihm rumgekaut und nicht von ihm abgelassen“, sagt die alleinerziehende 30-Jährige. Ihre hochschwangere Nachbarin habe sich dazwischen gestürzt, dem Labrador auf den Kopf gehauen und versucht, sein Maul aufzureißen. Da habe der Hund von Ben abgelassen. „Meiner Nachbarin hat er nichts getan. Er muss irgendwas gegen Ben gehabt haben“, sagt Blome.

Nachdem der fremde Hund weg war, habe die Nachbarin mit Ben auf dem Arm noch einige Minuten an Ort und Stelle darauf gewartet, ob noch ein Halter auftaucht. Doch es sei niemand zu sehen gewesen.

Viele Verletzungen

Ben hat an vielen Stellen des Körpers Bisswunden und Blutergüsse. Foto: Laure Blome

Mehr als eine Woche ist der Angriff jetzt her, doch Ben leidet noch immer unter seinen Verletzungen. Direkt nach der Attacke sei Blomes Nachbarin in die Tierklinik gefahren. In einer fünfstündigen Notoperation versorgten Ärzte den Rehpinscher. Die Liste seiner Verletzungen ist lang: „Die Luftröhre wurde fast durchgebissen und die Speiseröhre hat etwas abbekommen.“ Auch die Hüfte und ein Bein seien verletzt worden. Zunächst sei Ben über eine Sonde ernährt worden. Doch diese habe sich entzündet. Zwischenzeitlich habe er wieder normal gefressen und angezeigt, dass er Lust hat, rauszugehen.

Hund in Behandlung

Doch jetzt gab es laut Blome einen neuen Rückschlag. Weil die Bisswunde am Hals wieder aufgegangen sei, habe sie Ben erneut in die Tierklinik gebracht. „Den Ärzten haben aber seine Atemprobleme viel größere Sorgen bereitet“, sagt sie. Derzeit sei unklar, ob sich der Rehpinscher wieder erholt. Im Moment ist er wieder in der Klinik – und Blome sowie ihre beiden Kinder traurig. „Das war schlimm für mich. Meine Kinder und ich waren nur am weinen.“

Anzeige erstattet

Wie die Polizei Bielefeld bestätigt, hat Blome Anzeige erstattet. „Die Ermittlungen laufen noch“, sagt eine Sprecherin der Polizei auf Nachfrage unserer Redaktion. Blome hofft, dass der Halter des Hundes gefunden werden kann. Sehen wolle sie ihn in diesem Falle aber nicht: „Der Halter hat uns sehr viel Leid angetan, nur weil der Hund nicht angeleint war, obwohl hier Leinenpflicht herrscht. Ben ist bei mir, seit er ein Welpe ist. Er ist wie ein drittes Kind für mich.“


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