„Donots“ wollen Zeichen setzen Frauke Petry in Münster: Kein normaler Tag für die Polizei

Am Freitag hält die Alternative für Deutschland (AfD) in Münster ihren Neujahrsempfang ab. Dazu hat der AfD-Kreisverband Münster auch die Parteichefin Frauke Petry ins Rathaus eingeladen. Foto: dpaAm Freitag hält die Alternative für Deutschland (AfD) in Münster ihren Neujahrsempfang ab. Dazu hat der AfD-Kreisverband Münster auch die Parteichefin Frauke Petry ins Rathaus eingeladen. Foto: dpa

Osnabrück. Münster bereitet sich auf den Besuch der AfD-Chefin Frauke Petry und die beiden Gegenveranstaltungen vor. Sind Ausschreitungen zu erwarten? Und warum beenden die „Donots“ am Freitag ihre Live-Pause?

Am Freitag hält die Alternative für Deutschland (AfD) in Münster ihren Neujahrsempfang ab. Dazu hat der AfD-Kreisverband Münster auch die Parteichefin Frauke Petry ins Rathaus eingeladen. Um gegen den Besuch der umstrittenen Politikerin zu protestieren, sind zwei Gegenveranstaltungen angekündigt. Dabei soll unter anderem eine Menschenkette um das Rathaus gebildet werden. Wie viele Menschen sich am Freitag in Münster versammeln werden, um gegen die rechtspopulistische Partei zu demonstrieren, ist noch unklar. In einer Facebook-Gruppe haben bislang mehr als 4500 Menschen ihr Kommen angekündigt.

Kein gewöhnlicher Tag

Für die Polizei in Münster wird dies kein gewöhnlicher Tag werden. Sie muss dafür sorgen, dass es zwischen den Teilnehmern der Gegenveranstaltungen und den Anhängern der AfD zu keinen Ausschreitungen kommt. „Das ist schon eine besondere Veranstaltung für uns“, sagt Polizeisprecherin Angela Lüttmann im Gespräch mit unserer Redaktion. Die Polizei werde mit erhöhtem Personal am Freitag vor Ort sein, kündigt sie an. Dennoch könne im Vorfeld nicht ausgeschlossen werden, dass Ausschreitungen oder ähnliche Vorkommnisse passieren. „Wir hoffen aber auf eine friedliche Meinungsäußerung am Freitag“, sagt Lüttmann. Die Stadt Münster hat darüber hinaus noch einen Sicherheitsdienst damit beauftragt, zu verhindern, dass das Rathaus am Freitag beschädigt wird, betonte ein Stadtsprecher im Gespräch mit unserer Redaktion.

„Donots“ wollen Zeichen setzen

Auch die Rock-Band „Donots“ aus Ibbenbüren wird an den Protesten gegen die AfD teilnehmen – und dafür sogar ihre Live-Pause beenden. Für die Bandmitglieder ist es nach eigener Aussage eine Selbstverständlichkeit, sich den Rechtspopulisten in den Weg zu stellen. „Die rechtspopulistische Bauernfängerei der AfD, das Schüren von Wut und Unmut innerhalb der Bevölkerung und das Spiel mit den Ängsten der Menschen sind absolut inakzeptabel“, sagt Sänger Ingo Knollmann im Gespräch mit unserer Redaktion. Am Freitag wollen die Musiker demnach „ein Zeichen setzen mit hoffentlich vielen weiteren tausend Menschen, die genauso denken wie wir, und an Freiheit, Gleichheit und Frieden interessiert sind.“

Außenbeleuchtung wird ausgeschaltet

Neben den beiden Gegenveranstaltungen haben zudem die Kaufleute am Prinzipalmarkt angekündigt, ein Zeichen für eine friedliche und weltoffene Stadt zu setzen. Während der Veranstaltung der AfD werden sie die Außenbeleuchtung ihrer Geschäfte ausschalten. Am späten Nachmittag soll demnach auf die übliche Beleuchtung durch Boden- und Giebelstrahler verzichtet werden. Außerdem sollen Europaflaggen an den Giebeln gehisst werden und die Geschäfte werden früher schließen. „Der Prinzipalmarkt ist eine wichtige Straße in Münster, deswegen fanden wir es wichtig, ein positives Zeichen zu setzen“, hatte Thomas Zumnorde, Sprecher des Zusammenschlusses der Kaufleute, im Gespräch mit unserer Redaktion betont.


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