Absage einer jungen Juristin Bewerberin sagt Stelle ab, weil der Chef bei der AfD ist

Ein Paderborner Anwalt und AfD-Kandidat hat über eine Bewerberin getwittert, die aufgrund seiner Kandidatur nicht bei ihm arbeiten wollte. Foto: dpaEin Paderborner Anwalt und AfD-Kandidat hat über eine Bewerberin getwittert, die aufgrund seiner Kandidatur nicht bei ihm arbeiten wollte. Foto: dpa

Osnabrück. Der Paderborner Anwalt und AfD-Kandidat Markus Roscher-Meinel hat über eine Bewerberin getwittert, die aufgrund seiner Kandidatur nicht bei ihm arbeiten wollte. Damit bekam er auch Gegenwind von Schauspieler Christian Ulmen.

Markus Roscher-Meinel, Anwalt und AfD-Kandidat für den Wahlkreis Paderborn/Gütersloh III., klang erstaunt, soweit man das seinem Tweet entnehmen kann: „Wollte morgen Rechtsanwältin (Berufsanfänger, Note: 4+) fest anstellen. Arbeitsvertrag fertig. Nun sagt sie ab: Grund: Meine #AfD Kandidatur!“ (Weiterlesen: AfD-Gericht kippt Landesparteitag in Niedersachsen)

Roscher-Meinels Tweet sorgte jedoch nicht nur für Unverständnis über die Absage der jungen Frau, sondern bei vielen Twitter-Usern auch für lobende Worte über ihre Entscheidung: „Gut so. Respekt für die Frau. Sie findet bestimmt etwas besseres,“ twitterte eine Userin namens „Soímsala Bim“. Auch Schauspieler Schauspieler Christian Ulmen mischt sich ein:

„Respekt für eine junge Rechtsanwaltsanfängerin irgendwo in Paderborn! So geht Hoffnung.“

Ulmens Tweet wurde tausendfach geliked und über tausendmal retweetet. Daraufhin startet ein Streit, den man auf Twitter nachlesen kann.

Roscher-Meinel störte sich daran, wie der Schauspieler auf Twitter schreibt, vor allem daran, dass die Frau sich nicht vorher über seinen Werdegang informiert habe, was Ulmen so kommentiert: „Hat’s ja noch rechtzeitig erkannt und wird künftig sicher nicht mehr auf Rechtsextremisten-Check verzichten.“ Markus Roscher-Meinel antwortet „... dünnes Eis!“. Ulmen reagiert: „SEHR dünnes Eis sogar! Obacht!“.

Plötzlich stand auch eine Unterlassungsklage im Raum, die bei Ulmen jedoch nicht für Unruhe sorgte:

Der gebürtige Paderborner Roscher-Meinel hat Kanzleien in Bad Lippspringe und Berlin. Er war schon in der FDP, der CDU, dem Bund Freier Bürger und den Piraten aktiv. Der Anwalt vertrat unter anderem Uschi Glas und ihren Sohn Benjamin Tewaag vor Gericht. Auch mit dem TV-Sender VOX hatte er 2005 ein Intermezzo als Co-Moderator in der Doku-Soap „Partner-TÜV“. Mit den Medien kennt er sich also aus.


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