Vorschlag von Essener AfD Flüchtlinge sollen für AfD Plakate aufhängen

Von Christian Lang

Der Essener AfD-Chef Stefan Keuter hat Flüchtlingen auf Facebook angeboten, für die Partei Plakate aufzuhängen. Foto: dpaDer Essener AfD-Chef Stefan Keuter hat Flüchtlingen auf Facebook angeboten, für die Partei Plakate aufzuhängen. Foto: dpa

Osnabrück. Der Essener AfD-Chef Stefan Keuter hat Flüchtlingen auf Facebook angeboten, für die Partei Plakate aufzuhängen. Unter seinem Post sammeln sich rassistische und zynische Kommentare.

Mit einem ungewöhnlichen Stellenangebot sorgt Stefan Keuter, der Sprecher der Essener AfD, derzeit für Aufsehen. „Ich suche Flüchtlinge und Asylbewerber, die Zeit haben, mir im April/Mail 2017 zu helfen, AfD Plakate aufzuhängen und Flyer auf Infoständen und in Briefkästen zu verteilen“, schrieb er am Sonntag auf seiner Facebook-Seite. Die Asylbewerber sollen der rechtspopulistischen Partei nach Auskunft Keuters aber nicht einfach so helfen. Keuter bietet ihnen etwas für die Hilfe an – doch nicht etwa eine Bezahlung. „Im Gegenzug bringe ich Euch Deutsch bei und erkläre Euch die Sitten und Gebräuche in Deutschland und bringe Euch unsere Kultur näher“, betonte der AfD-Vorsitzende Essens weiter.

Asylbewerber in der Pflicht

Am Dienstag konkretisierte er den Aufruf auf Facebook. Dabei stellte er nochmals klar, dass das Angebot vollkommen ernst gemeint sei. Angesichts der Landtagswahlen in NRW im Mai und der Bundestagswahl brauche die Partei „jede helfende Hand!“ Nach Meinung Keuters säßen in Flüchtlingsunterkünften „jede Menge junger, leistungsfähiger Männer, die sich langweilen und keine Aufgabe haben. An diese richtet sich der Aufruf.“ Darüber hinaus machte er deutlich, dass die Asylbewerber in der Pflicht stünden: „Wer unseren Schutz und unsere Unterstützung in Anspruch nimmt, der kann auch etwas zurückgeben – zum Beispiel seine Arbeitsleistung.“

Unter den Beitragen sammelten sich zahlreiche rassistische Kommentare. „Die werden das höchstens anzünden...so wie man ihnen es aufträgt. Das können sie besonders gut“, schrieb eine Nutzerin. Andere werfen den Asylbewerbern vor, sie würden nur ans Geld denken und sich deshalb nicht melden. „Ich glaube so locken sie keinen von dem Ofen weg . Bares wollen die“, heißt es von einem Nutzer. Einige Facebook-User kommentieren zynisch, eine solche Arbeit sei für die gut ausgebildeten Asylbewerber wohl zu primitiv.

Keuter selbst scheinen diese Kommentare zu gefallen. Seiner Einschätzung nach zeigen die Reaktionen, „dass die Asylbewerber keinen guten Ruf in Deutschland genießen. Hieran könnte sich etwas ändern, wenn sie unbezahlt tätig würden – zum Beispiel beim Plakate kleben“,schreibt er auf Facebook.


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