Unglück am Dortmund-Ems-Kanal Ertrunkene Jugendliche in Ibbenbüren: Überlebender besaß Führerschein

Von Melanie Heike Schmidt

Das Fahrzeug wurde am Sonntag von der Feuerwehr Ibbenbüren im Wasser geortet, eine Spezialfirma zog es anschließend aus dem Kanal. Die Ermittlungen, wie es zu dem Unglück kommen konnte, dauern an. Foto: Jens KeblatDas Fahrzeug wurde am Sonntag von der Feuerwehr Ibbenbüren im Wasser geortet, eine Spezialfirma zog es anschließend aus dem Kanal. Die Ermittlungen, wie es zu dem Unglück kommen konnte, dauern an. Foto: Jens Keblat 

Osnabrück. Auch einen Tag nach dem tragischen Tod zweier Jugendlicher im Dortmund-Ems-Kanal in Ibbenbüren gibt das Unglück Rätsel auf. Die Polizei hat unserer Redaktion jedoch bestätigt, dass der Überlebende einen Führerschein besessen hat. Wer allerdings das Unglücksfahrzeug gefahren hat, sei weiter unklar, betonen die Ermittler.

An der Unfallstelle im Hafen von Dörenthe, wo am Sonntag ein 14-Jähriger und ein 15-Jähriger zu Tode gekommen waren, stehen am Montag Blumen und Kerzen. Die Menschen sind geschockt und trauern um die Opfer, die im Dortmund-Ems-Kanal ertrunken waren. Zugleich bemüht sich die Polizei um Aufklärung des tödlichen Vorfalls. Unklar ist nach Aussage der Beamten allerdings auch weiterhin, wer das Auto, in dem die Jugendlichen saßen, gefahren hat. Die Ermittlungen seien in vollem Gange, bestätigte die zuständige Pressestelle der Polizei am Abend in Steinfurt auf Nachfrage unserer Redaktion. Untersucht würde unter anderem die Position der Körper in dem Fahrzeug, hieß es. Die Erkenntnisse ließen bis jetzt keinen Rückschluss darauf zu, wer am Steuer gesessen hat, so die Polizei.

Wer ist gefahren?

Die Polizeistelle in Steinfurt bestätige am Montagabend jedoch unserer Redaktion auch, dass der 17-jährige Überlebende tatsächlich einen Führerschein besessen habe. Allerdings nur einen, der ihm das Fahren in Begleitung eines Erwachsenen erlaubt, wie die Polizei hinzufügte. Spekulationen, nach denen der 17-Jährige, der am Montag aus dem Krankenhaus entlassen worden war und nun zu Hause betreut wird, auch der Fahrer des Wagens war, erteilten die Ermittler eine Absage. „Dass er einen Führerschein besaß, heißt nicht, dass er auch am Steuer saß. Wir wissen nicht, wer gefahren ist“, betonte die Polizei am Montagabend.

Unfallursache weiter unklar

Am frühen Sonntagmorgen waren ein 14- und ein 15-Jähriger im Dortmund-Ems-Kanal ertrunken, ein 17-Jähriger hatte sich retten können. Die drei Jungs waren aus bisher ungeklärter Ursache mit einem Auto in den Kanal gestürzt. Die Polizei ermittelt, um die Hintergründe des tödlichen Unglücks aufzuklären.