Bis zu 50 Gäste beteiligt Massenschlägerei bei Abiball in NRW – Polizisten attackiert

Von Sven Mechelhoff

Die Gäste des Abiballs der Gesamtschule Schermbeck in einem Saal in Borken attackierten sogar Polizisten. Foto: Michael GründelDie Gäste des Abiballs der Gesamtschule Schermbeck in einem Saal in Borken attackierten sogar Polizisten. Foto: Michael Gründel

Borken. Aus einem kleinen Streit wurde eine Massenschlägerei. Beim Abiball der Gesamtschule Schermbeck (NRW) eskalierte die Situation am Samstag völlig. Die Gäste in einem Saal in Borken attackierten sogar Polizisten.

Die Feier der Abiturienten war schon etwas fortgeschritten, als die Polizei alarmiert wurde. Gegen 2.20 Uhr war im Saal eine Schlägerei ausgebrochen. Zunächst nur zwischen drei Personen, später schlugen nach Polizeiangaben bis zu 50 Gäste aufeinander ein.

Die Beamten schritten ein und trennten die Kontrahenten. Sie nahmen drei junge Männer in Gewahrsam – drei ehemalige Schüler im Alter von 18, 20 und 23 Jahren.

Versuch Festgenommene zu befreien

Doch dann eskalierte die Situation: Die Polizisten wurden mehrfach von aggressiven Gästen angegriffen, bedroht und übel beleidigt, heißt es in der Polizeimeldung. Einige Beteiligte versuchten sogar, die Festgenommenen wieder zu befreien. Die Beamten „wendeten unmittelbaren Zwang an“, heißt es. Was genau das heißt, erklärt Polizeisprecher Dieter Hoffmann im Gespräch mit unserer Redaktion: Die Polizisten hätten die drei Festgenommenen fassen und „mit Körperkontakt“ zu den Fahrzeugen ziehen müssen. Nicht zum Einsatz kamen Pfefferspray, Handschellen oder gar Schusswaffen.

Schlagstöcke zum Schutz

Durchaus genutzt haben die Beamten laut Hoffmann aber ihre Schlagstöcke, um damit die aggressiven Gäste auf Distanz zu halten. „Sie haben aber nicht damit geschlagen und auch niemanden getroffen“, so der Polizeisprecher.

Hoffmann zeigte sich im Gespräch mit unserer Redaktion überrascht darüber, wie sehr die Situation auf dem Ball eskaliert ist und wie aus einer Auseinandersetzung zwischen drei Menschen eine solche Massenschlägerei werden konnte.

Besonders besorgt war er aber über die Gewalt gegen seine Kollegen. „Als die Polizisten eintrafen, hatten die Beteiligten plötzlich einen gemeinsamen Feind.“ Die Aggression habe sich fortan gegen die Beamten gerichtet. „Dann können Sie nur noch den Rückzug antreten.“ Nur sechs Beamte hätten dem wütenden Mob gegenübergestanden.

Einsatzfahrzeuge umzingelt

Und auch nachdem seine Kollegen in die Einsatzfahrzeuge geflüchtet waren, ließ die Menge nicht von ihnen ab, wie Hoffmann sagt. Die drei Autos seien umzingelt worden und die Beteiligten hätten dabei „All cops are bastards“ gebrüllt – alle Polizisten sind Bastarde. „Die Kollegen haben mir erzählt, dass sie da schon ein sehr mulmiges Gefühl hatten.“

Gegen die drei Festgenommenen wurden Strafverfahren eingeleitet.


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