Schafzüchter in Sorge Neuer Wolf-Nachweis im Kreis Paderborn

Von dpa

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Wieder hat der Wolf Spuren in Borchen im Kreis Paderborn in Nordrhein-Westfalen hinterlassen.  Symbolfoto: Julian Stratenschulte/dpaWieder hat der Wolf Spuren in Borchen im Kreis Paderborn in Nordrhein-Westfalen hinterlassen. Symbolfoto: Julian Stratenschulte/dpa

Paderborn. Zwei Schafe sind tot, ein drittes wurde verletzt. Knapp zwei Monate nach dem blutigen Angriff auf die Nutztiere steht fest, dass es ein Wolf war. Schafzüchter vermuten noch wesentlich mehr Raubzüge.

Wieder hat der Wolf Spuren in Nordrhein- Westfalen hinterlassen. Nach einer Expertenanalyse steht nun fest, dass es ein Wolf war, der am 30. März in Borchen im Kreis Paderborn Schafe gerissen hatte. Damit gab es in diesem Jahr gab nach Auskunft des Landesumweltamtes insgesamt sieben Wolf-Nachweise in NRW. Um wie viele Tiere es sich letztlich handelt und ob eine Wolfsfamilie vielleicht schon heimisch geworden ist, steht aber nicht fest. Schafzüchter fühlen sich von der Politik im Stich gelassen.

„Ob es nun neun oder zehn Nachweise sind - die Dunkelziffer halte ich mittlerweile für sehr viel höher“, sagte Gerd Dumke von der Schafzüchtervereinigung Nordrhein-Westfalen am Freitag der dpa. Er geht fest davon aus, dass es bereits deutlich mehr Risse durch Wölfe im Bundesland gegeben hat als bislang bekannt sind. Er wirft der Landesregierung mangelnde Unterstützung der Nutztierhalter vor.

Das Landesumweltamt hatte zuvor auf „Herdenschutzsets“ in seiner Mitteilung hingewiesen, die das Land für die schnelle Sicherung von Schafherden bereit stelle. Das Zäune aber nicht immer schützen, hat ein spektakulärer Fall im Kreis Lippe gezeigt: Trotz Sicherung hatte dort ein Wolf am Osterwochenende mehrere Ziegen getötet.

Im Fall der gerissenen Schafe in Borchen reichte das Gen-Material nicht für weitere Abgleiche aus. Damit ist unklar, ob dieser Wolf schon an anderen Stellen nachgewiesen wurde. Im selben Landkreis hatte am selben Tag ein Wolf einen Verkehrsunfall verursacht. „Es gibt Indizien, die darauf hinweisen, dass es sich bei drei der jüngsten Nachweise um das selbe Tier handelt“, ergänzte ein Sprecher des Landesamtes.

Vom Status einer offiziell anerkannten Wolfsregion ist das Land aber noch weit entfernt, hieß es bei der Behörde weiter. Dafür müsse ein Wolf beispielsweise länger als sechs Monate innerhalb einer Region nachgewiesen werden. Werde ein Gebiet als Wolfsregion anerkannt, könnten Schutzmaßnahmen für Nutztiere wie Schafe gefördert werden. Bisher gilt NRW als sogenanntes Wolfserwartungsland.


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