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Ghosthunter NRW Melanie Schindler jagt Geister von Verstorbenen

Melanie Schindler hat mit Gleichgesinnten die Ghosthunter NRW gegründet. Sie ist davon überzeugt, dass es Spuk wirklich gibt. Foto: pr/Ina CladowMelanie Schindler hat mit Gleichgesinnten die Ghosthunter NRW gegründet. Sie ist davon überzeugt, dass es Spuk wirklich gibt. Foto: pr/Ina Cladow

Osnabrück. Melanie Schindler jagt Geister. Mit Gleichgesinnten hat sie die Ghosthunter NRW gegründet. Im Interview spricht sie über Gruselmonster und anderen Spuk.

Die Ghosthunter NRW haben sich 2010 gegründet. Sie untersuchen sogenannte paranormale Phänomene in Nordrhein-Westfalen. Ihre Klienten finden Sie vor allem über ihre Homepage und den Facebook-Auftritt . Nach eigenen Angaben arbeiten sie kostenlos.

Frau Schindler, wie viele Geister sind Ihnen in Ihrem Leben schon begegnet?

Eine komische Frage! Eigentlich keiner! Also so richtig, wie man sich das vorstellt in einem Horrorfilm, habe ich noch keinen gesehen. Vor mir stand noch keine verstorbene Person.

Das überrascht mich jetzt!

Ja!

Das heißt, Sie fangen gar keine Geister?

Nein, das würde gar nicht gehen, glaube ich. Unsere Hauptaufgabe ist es, dem Klienten zu sagen: Hier spukt es oder eben nicht. Viele hätten auch gerne, dass es zuhause spukt, aus reiner Neugierde.

Wie oft spukt es denn?

Die meisten Journalisten denken immer, in neun von zehn Fällen sind es natürliche Ursachen. Es ist genau umgekehrt. Meistens spukt es tatsächlich. Es gibt paranormale Phänomene.

Und wer spukt?

Wir alle sind geprägt durch Horrorfilme und meinen, das sind Gruselmonster. Wir sagen, das sind verstorbene Menschen. Sie sind aus einem Grund dageblieben. Beispielsweise hatten wir eine Frau und ihre beiden Kinder als Klienten. Immer wenn ihr Mann auf Montage war, hat es gespukt. Der Sohn erzählte, er habe sich vor dem Spiegel gekämmt und sah, wie etwas hinter ihm vorbeihuschte, Dinge sind verschwunden oder es fiel etwas von der Wand. In diesem Fall haben wir herausgefunden, dass es die verstorbene Oma der Mutter war.

Und was wollte die Oma?

Sie wollte darauf aufmerksam machen, dass die Familie ein Problem hat und sich darum kümmern soll. Die Klientin war fassungslos. Sie sagte, ihre Oma sei tatsächlich ein Mensch gewesen, der die Familie zusammenhalten wollte. Und tatsächlich gebe es ein Problem, dass sie vor sich her geschoben habe.

Wie sind Sie darauf gekommen, dass es die Oma war?

Auf der einen Seite haben wir viele Geräte, mit denen wir elektromagnetische Spannungen messen und alles aufnehmen können. Auf der anderen Seite arbeiten wir mit medialen Menschen zusammen.

Wie muss ich mir das vorstellen?

Das sind Menschen, die verstorbene Menschen wahrnehmen können. Sie können mit den Verstorbenen kommunizieren.

Was passiert, wenn Sie den Geist ausgemacht haben?

Das kommt ganz darauf an. In diesem Fall hat die Familie ein Bild von der Oma aufgestellt, damit sie weiß, dass sie nicht vergessen ist. Und der Spuk war vorbei. Es geht darum, dass die lebenden Menschen die Botschaften der Verstorbenen verstehen. Wir helfen dabei. Es ist manchmal einfacher, als man glaubt.

Böse Geister gibt es gar nicht?

Ein verstorbener Mensch, der zu Lebzeiten schlecht drauf war, wird nach seinem Tod nicht die Freundlichkeit in Person sein. Ob man da von gut und böse reden kann, weiß ich nicht.

Gibt es Leute, die Sie fragen, ob Sie noch alle Tassen im Schrank haben?

Nein, das gab es bisher nicht.

Wie wird man Geisterjäger?

Wir haben uns das alles selbst erarbeitet. Das Wichtige ist rationales Denken. Es ist ganz wichtig, nicht sofort alles zu glauben.


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