Flaschenwürfe auf Polizei Besetztes Gebäude in Münster geräumt – 45 Verfahren eingeleitet

Von Sven Kienscherf

Eine Hundertschaft der Polizei hat die alte Post geräumt. Foto: NWM-TVEine Hundertschaft der Polizei hat die alte Post geräumt. Foto: NWM-TV 

Osnabrück. Die Polizei hat am Montag die alte Post in Münster geräumt. Mehrere Menschen wurden in Gewahrsam genommen, zwei Beamten wurden laut Polizei leicht verletzt.

Die Besetzer wollten aus der alten Post ein soziales Zentrum und einen Veranstaltungsort machen. Seit Samstag hielten sie das Gebäude besetzt. Zuspruch gab es dafür unter anderem von der Partei „Die Linke“. Das Gebäude soll einem Einkaufscenter weichen. „Die Hausbesetzung ist rechtswidrig. Diesen Zustand haben wir heute beendet.“, heißt es in einer Mitteilung der Polizei Münster.

Laut einem Bericht der Westfälischen Nachrichten (WN) reagierten die Besetzer gelassen auf die Räumung und ließen sich ohne Gegenwehr in Gewahrsam nehmen. Von 38 Besetzern wurden die Personalien festgestellt. Sie erwartet nun eine Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch.

Weniger friedfertig waren laut Polizeibericht etwa 130 Sympathisanten, die vor dem Gebäude zum Teil die eingesetzten Polizisten attackierten. Dabei flogen auch Flaschen auf die Beamten. Zwei Polizisten wurden laut Bericht am Kopf getroffen und leicht verletzt. Ein Werfer konnte demnach festgenommen werden, ihm droht nun ein Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung. Mit Einkaufswagen bauten die Sympathisanten der Besetzer zudem Barrikaden und warfen Mülltonnen auf die Straße.

Insgesamt seien 45 Strafverfahren wegen Hausfriedensbruch, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, gefährlicher Körperverletzung, Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz, Beleidigung und Sachbeschädigung durch Graffiti eingeleitet worden. „Die notwendige Räumung des besetzten Hauses ging einher mit den zu erwartenden Protesten“, resümiert der Einsatzleiter in der Mitteilung der Polizei.