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Enercon sucht nach Unfallursache Windrad bei Paderborn zusammengebrochen

Von Nadine Grunewald

Das Windrad in Altenbeken-Buke (Kreis Paderborn) dreht sich zurzeit nicht mehr. Die Gondel samt Rotorblättern ist heruntergefallen. Foto: dpaDas Windrad in Altenbeken-Buke (Kreis Paderborn) dreht sich zurzeit nicht mehr. Die Gondel samt Rotorblättern ist heruntergefallen. Foto: dpa

Osnabrück. Nahe der Bundesstraße 64 im Kreis Paderborn ist am Dienstag ein Windrad zusammengebrochen. Aus bislang ungeklärter Ursache fiel die Gondel samt Rotorblättern herunter. Die insgesamt etwa 100 Tonnen schweren Teile krachten auf ein Feld.

Den Autofahrern, die regelmäßig auf der B64 bei Altenbeken-Buke im Kreis Paderborn unterwegs sind, bot sich am Dienstagnachmittag ein ungewohntes Bild: Wo sich sonst die Rotorblätter eines Windrads drehen, ragte nur noch der Turm in den Himmel. Die Gondel samt Rotorblättern war abgebrochen – und lag zertrümmert auf einem Feld. Verletzt wurde dabei niemand. „Die Unfallursache ist noch unbekannt“, sagt ein Sprecher von Enercon. Das Unternehmen mit Stammsitz in Aurich hatte das bei Altenbeke-Buke aufgestellte Windrad produziert. Experten suchen derzeit nach der Ursache. „Die beschädigten Komponenten werden später zum Firmenstandort transportiert, um sie dort eingehender zu untersuchen“, heißt es in einer Stellungnahme von Enercon. Die Gondel samt Rotorblättern wiegt etwa 100 Tonnen.

Windrad sollte zurückgebaut werden

„Das Windrad wurde dort 1996 errichtet und sollte im April eigentlich zurückgebaut werden“, sagt Daniel Saage, Sprecher des Betreibers „Buker Windkraft“. Landwirte, die in der Nähe der Unfallstelle arbeiteten, hatten am Dienstag einen lauten Krach gehört, waren zu dem Feld gefahren und hatten den Betreiber informiert, so Saage. (Lesen Sie auch: Erste Windräder des Landkreises Osnabrück in Betrieb)

Das Windrad mit der Bezeichnung E66 war ein Prototyp. Aufgrund seiner recht dicken Gondel hatte es in Paderborn den Spitznamen „dicke Berta“. Weltweit hat Enercon nach eigenen Angaben etwa 2500 Windenergieanlagen des Typs E66 installiert. Der erste Prototyp der Serie wurde Enercon zufolge im Dezember 1995 auf dem eigenen Werksgelände in Aurich errichtet und ist bis heute uneingeschränkt in Betrieb. „Ob weitere Anlagen kontrolliert werden müssen, hängt von den Erkenntnissen der Untersuchungen ab“, teilt der Enercon-Sprecher mit.

Die Betriebsdauer für Windräder aus der älteren Generation liegt laut Enercon bei 20 Jahren. Bei jüngeren Anlagen werde von 30 Jahren ausgegangen.

150000 Euro Schaden

Einen Vorfall wie diesen habe es bei Buker Windkraft bisher nicht gegeben. Vor einigen Jahre habe es allerdings mal in einer Gondel gebrannt. In einem Wintersturm Anfang der 2000er-Jahre sei im Kreis Paderborn zudem eine ganze Anlage eines anderen Betreibers umgefallen, so Saage. Enercon zufolge müssen bei der Errichtung von Windenergieanlagen bestimmte Abstände eingehalten werden, um im Unglücksfall zu verhindern, dass ein Windrad auf eine Straße oder ein Haus fällt.

Den Schaden, der durch den Unfall in Altenbeken-Buke entstanden ist, schätzt Buker Windkraft auf rund 150000 Euro. Da die Anlage laut Saage nur noch Schrottwert hatte, muss die Firma lediglich den Betriebsausfall verschmerzen. Die 98 Meter hohe Anlage hatte eine Nennleistung von 1,5 Megawatt und produzierte rund 2,7 Millionen Kilowattstunden im Jahr. Für den Bau einer neuen Windenergieanlage liegt Buker Windkraft nach Angaben von Saage bereits eine Genehmigung vor. Wann diese aufgestellt wird, stehe noch nicht fest.


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