6500 Jahre alt Detmolder Kindermumie: Baby hatte schweren Herzfehler

Von dpa | 04.07.2014, 14:07 Uhr

Das Baby, das als Kindermumie im Lippischen Landesmuseum ausgestellt ist, starb vor rund 6500 Jahren an einem schweren Herzfehler.

Das haben jetzt Wissenschaftler des Herz- und Diabeteszentrums NRW in Bad Oeynhausen festgestellt. Todesursache sei ein sogenanntes Hypoplastisches Linksherzsyndrom (HLHS) gewesen, teilte das Museum am Freitag mit.

Dabei ist die linke Herzkammer zu klein, die rechte dagegen vergrößert. HLHS sei ein sehr seltener, besonders schwerwiegender und komplexer Herzdefekt, der heute in nur wenigen Spezialzentren behandelt werden könne, hieß es. Mit der Untersuchung der aus Südamerika stammenden Mumie sei bewiesen, dass es diese angeborene Herzerkrankung bereits vor tausenden Jahren gegeben habe.

128-Zeilen- Computertomograph

Die Mumie war mit einem hochauflösenden 128-Zeilen- Computertomographen untersucht worden. Die Bilder wurden ausgewertet und ein dreidimensionales Modell des fehlgebildeten Herzens per 3D-Drucker erstellt.

Unbehandelt führe die Fehlbildung bereits im frühen Säuglingsalter zum Tod, sagte der Kinderkardiologe Nikolaus Haas. Für die Behandlung sind drei Operationen notwendig. Die Überlebensrate betrage über 70 Prozent.

Die «The Detmold Child» genannte Mumie wird im Lippischen Landesmuseum in Detmold gezeigt.