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Lückenschluss zwischen A30 und A2 Nordumgehung Bad Oeynhausen: Fertigstellung verzögert sich

Wer über die A30 aus Osnabrück kommt und zur A2 Richtung Hannover will, muss noch über die B61 durch Bad Oeynhausen fahren. Die Nordumgehung (orange-blau) soll eine Zeitersparnis von bis zu 30 Minuten bringen. Karte: Straßen NRWWer über die A30 aus Osnabrück kommt und zur A2 Richtung Hannover will, muss noch über die B61 durch Bad Oeynhausen fahren. Die Nordumgehung (orange-blau) soll eine Zeitersparnis von bis zu 30 Minuten bringen. Karte: Straßen NRW

Osnabrück. Die Nordumgehung in Bad Oeynhausen wird nicht wie geplant Ende 2016 fertig werden. Grund dafür ist ein Gerichtsverfahren, das den Weiterbau verzögert.

Wer aus Richtung Osnabrück über die A30 kommt und in Richtung Hannover auf die A2 fahren möchte, muss sich wohl auch im Jahr 2017 noch durch Bad Oeynhausen quälen. Denn die Fertigstellung der Nordumgehung verzögert sich. Zu den Stoßzeiten, etwa im Berufsverkehr, bedeutet das: Stau und Stop-and-Go-Verkehr. (Weiterlesen: Wie werden die Autobahnen nummeriert?)

40000 Fahrzeuge am Tag

Rund 40000 Fahrzeuge fahren im Schnitt täglich durch die Stadt. Etwa 10000 davon sind Lkw, wie Sven Johanning, Sprecher der Regionalniederlassung Ostwestfalen Lippe von Straßen NRW, sagt. Lässt man das Wochenende außen vor, kommt man im Schnitt gar auf 50000 Fahrzeuge (davon etwa 15000 Lkw). Die Strecke ist strategisch wichtig: Es ist die Ost-West-Achse von den Niederlanden nach Berlin und unter anderem eine wichtige Verbindungsstrecke für die Nordseehäfen. Die Nordumgehung soll Autofahrern zu den Stoßzeiten eine Zeitersparnis von etwa 20 bis 30 Minuten bringen, sagt Johanning.

Vierter Bauabschnitt verzögert sich

Noch gibt es täglich Staus – und häufig kracht es. In den vergangenen acht Jahren hat es laut Straßen NRW dort über 1600 Unfälle gegeben. Ende 2016 sollte sich die Situation entspannen. Dann sollte der Autobahnnetzschluss fertiggestellt sein. Doch daraus wird nichts mehr: „Der Termin verschiebt sich aufgrund einer noch ausstehenden Gerichtsentscheidung“, sagt Johanning. Es hakt am vierten Bauabschnitt, dem Löhner Kreuz. Die Straßen NRW Regionalniederlassung OWL hatte den Bauabschnitt im November 2014 europaweit ausgeschrieben. Im Mai dieses Jahres sollte Baubeginn sein. Doch wegen eines Formfehlers eines Bieters wurde dessen Gebot ausgeschlossen, so Johanning. Die Firma beantragte eine Nachprüfung des Vergabeverfahrens bei der Vergabekammer Westfalen in Münster – und die Kammer stimmte dem Ausschluss des Angebots zu. Die Firma legte daraufhin Beschwerde beim Oberlandesgericht ein. Und das wird den Fall im Oktober verhandeln.

Projekt kostet 200 Millionen Euro

„Wir müssen jetzt das Urteil abwarten“, sagt Johanning. Bislang sei man im Zeitplan gewesen. Nun sei noch nicht absehbar, um wie viele Wochen sich die Fertigstellung verzögert. Nach dem Gerichtsbeschluss soll der 15 Millionen teure Auftrag kurzfristig vergeben werden. Insgesamt kostet das Projekt laut Johanning rund 200 Millionen Euro. „Wir hoffen, dass es jetzt nicht teurer wird.“ (Alles zum Großprojekt A33-Nord lesen Sie hier)

„Für die Unternehmen in der Region Osnabrück–Emsland–Grafschaft Bentheim ist dies eine schlechte Nachricht. Zusammen mit den Partner-IHKs in Münster, Bielefeld und Hannover setzen wir uns schon lange für die Schließung dieser Lücke ein. Sie ist auch aus der Perspektive eines Transeuropäischen Verkehrsnetzes zwischen Amsterdam und Warschau ein echtes Ärgernis“, sagt Marco Graf, Hauptgeschäftsführer der IHK Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim.

Lange Planung

Schon Mitte der 1960er-Jahre haben sich Experten mit der Autobahnumgehung beschäftigt. Doch erst in diesem Jahrtausend begann man mit den konkreten Planungen. Am 22. Oktober 2008 wurde der erste Spatenstich gemacht. Inzwischen sind zwei der vier Bauabschnitte komplett fertig, der dritte fast. Im noch ausstehenden Bauabschnitt geht es um das Löhner Kreuz. „Dort soll die neue Autobahn an die vorhandene A30 angeschlossen werden“, erklärt Johanning. Die Bauarbeiten sollen während des laufenden Verkehrs geschehen. Weil auch zwei Brücken gebaut werden müssen, muss ein Teilstück der Autobahn verlegt werden.

Insgesamt werden für die Nordumgehung rund 9,5 Kilometer Autobahn neu gebaut. Dazu kommen zwei Kilometer Bundesstraße (B61). Fast zehn Kilometer untergeordnete Straßen mussten neu gebaut werden, weil die Nordumgehung diese verdrängt hat.


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