Nach Germanwings-Katastrophe Zwei Gedenkstätten für Absturzopfer in Haltern

Von dpa


Haltern am See. Anteilnahme in Granit und Stahl: Gleich zwei Gedenkstätten erinnern in Haltern am See an die 16 Schüler und ihre zwei Lehrerinnen, die bei der Germanwings-Katastrophe vor viereinhalb Monaten ums Leben kamen. Beide Monumente - eines auf dem Schulgelände, das zweite auf dem Friedhof - werden bald offiziell eingeweiht.

Den Anfang macht das Joseph-König-Gymnasium: Dort ist während der Sommerferien eine stählerne Gedenktafel weithin sichtbar am Aufgang zum Schulportal aufgestellt worden. In den mit rotem Rost überzogenen Stahl sind die Namen der Mitschüler und Lehrerinnen gestanzt. In einem mannshohen Windlicht daneben soll dauerhaft eine Kerze brennen. (Weiterlesen: Leichenwagen-Konvoi bringt Schüler in die Heimat nach Haltern)

Kirschbäume gepflanzt

Bereits kurz nach der Katastrophe waren auf dem Schulhof 18 Kirschbäume gepflanzt worden. Mit ihrer üppigen Frühjahrsblüte sollen sie stellvertretend für die jungen Opfer stehen. Am Freitag (14. August) soll das Ensemble aus Bäumen und Gedenktafel in einer kleinen Zeremonie eingeweiht werden.

Granitblock und Apfelbäume

Eine Woche später (21. August) werden die Pfarrer der örtlichen Kirchengemeinden auf dem Kommunalfriedhof eine zweite Gedenkstätte segnen. Auf einer Rasen- und Pflanzfläche hat die Stadt für jedes Opfer einen Apfelbaum gepflanzt. Die Anlage ist einem Klassenzimmer nachempfunden: 16 Bäume sind in Reihen angeordnet, wie Schüler im Klassenverband. Zwei weitere stehen für die Lehrerinnen, dahinter ein Gedenkstein, der das Pult sein könnte. In den Granitblock sind die Namen der Verstorbenen, ein Kreuz und eine schwarze Trauerschleife mit der Flugnummer 4U9525 graviert. Über geradlinige Wege ist die Gedenkstätte begehbar. Auf Bänken können sich Besucher niederlassen. (Weiterlesen: Schwerer letzter Abschied von den Germanwings-Toten)

Schüler kamen von Spanien-Austausch zurück

Germanwings-Flug 4U9525 war am 24. März auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf in den französischen Alpen zerschellt. Die Ermittler halten es für erwiesen, dass der Copilot die Maschine absichtlich auf Crashkurs steuerte. Zu den 150 Toten gehörte auch die Spanienaustausch-Gruppe aus Haltern.

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