Muslime sollen fürs Ehrenamt werben NRW-CDU schlägt vor: Flüchtlinge in Lagerhallen

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Von der Turn- in die Lagerhalle? Flüchtlingsaufnahme in NRW. Foto: dpaVon der Turn- in die Lagerhalle? Flüchtlingsaufnahme in NRW. Foto: dpa

Düsseldorf . Mit Blick auf die Flüchtlingsaufnahme in Nordrhein-Westfalen haben Abgeordnete der CDU-Landtagsfraktion alternative Unterkünfte vorgeschlagen. Statt Zeltstädte vor den Herbst- und Wintermonaten aufzubauen, müsste das Land über „leerstehende Lagerhallen nachdenken“, sagte der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende André Kuper.

Zudem sollte NRW die Zahl der Plätze in den landesweiten Erstaufnahmeeinrichtungen auf 35.000 aufstocken, forderte Fraktionsvize Kuper . Die 9.300 sogenannten Regelunterbringungsplätze, über die das Land derzeit verfüge, seien „völlig unzureichend“.

Der Abgeordnete aus dem Kreis Gütersloh warf der rot-grünen Landesregierung vor, Städte und Gemeinden mit der Versorgung der Flüchtlinge erst zu überrumpeln und anschließend allein zu lassen. In den Notunterkünften fehle jede Erfahrung im Umgang mit der Erstaufnahme. Überdies verweigere das Land den Kommunen notwendige Informationen, insbesondere zur gesundheitlichen Versorgung der Asylbewerber. Kuper sprach von einem „heillosen Durcheinander“. NRW wälze die Herausforderung steigender Flüchtlingszahlen auf die Kommunen ab.

Rückkehr zur dezentralen Unterbringung

Aus Sicht der integrationspolitischen Sprecherin der CDU-Fraktion, Serap Güler , können Zeltstädte nur eine vorübergehende Lösung sein. Sie sprach sich für eine Rückkehr zur dezentralen Unterbringung aus. Kirchen, Hilfsorganisationen und Vereine setzten sich „auf beeindruckende Weise“ für die Integration von Flüchtlingen ein. Güler forderte muslimische Organisationen auf, sich dem Engagement anzuschließen. Sie sollten – wie etwa im Ramadan – bei der Betreuung helfen und ihre Mitglieder für das Ehrenamt ermuntern.

Die CDU-Politiker traten dafür ein, Menschen mit einer Chance auf einen dauerhaften Aufenthalt so früh wie möglich zu integrieren. Die nachgelegten Lehrerstellen für die sprachliche Förderung von Flüchtlingskindern reichten dafür nicht aus.

Rätselraten über Zahl der schulpflichtigen Flüchtlingskinder

Eva-Maria Voigt-Küppers, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion, erklärte, es gebe „bundesweit keine einheitliche Erfassung der neuzuwandernden Familien“. Somit ließe sich „keine verlässliche Aussage“ über die tatsächliche Zahl der zu unterrichtenden Kinder in den Auffangklassen erstellen.

Monika Pieper, bildungspolitische Sprecherin der Piratenfraktion, hielt  Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) vor, sich in Plattitüden zu verlieren. Es sei zu kurz gegriffen, lediglich eine „große Herausforderung“ festzustellen und den Prozess „eng begleiten“ zu wollen, wie Löhrmann angekündigt hatte. Vielmehr brauche es in den Schulen Teams aus Sozialarbeitern, Sozialpädagogen und Schulpsychologen, sagte Pieper, „wenn es uns Ernst ist mit dem Anliegen, diese jungen Menschen zu unterstützen und ihnen Teilhabe und Bildung in unserem Land zu ermöglichen“.


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