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Was folgt auf Aura in Ibbenbüren? Paintball statt Party? Zukunft des Aura noch ungewiss

Von Jörg Sanders

Das Aura in Ibbenbüren schließt; doch offenbar können Nachtschwärmer schon kurz nach der Schließung wieder dort feiern. Archivfoto: Erna BergDas Aura in Ibbenbüren schließt; doch offenbar können Nachtschwärmer schon kurz nach der Schließung wieder dort feiern. Archivfoto: Erna Berg

Osnabrück. Das Aura in Ibbenbüren schließt am 15. August. Für viele Fans und Nachtschwärmer kam diese Nachricht überraschend. Ist das wirklich das Ende?

Am 15. August verabschiedet sich das Aura in Ibbenbüren mit einer Party. Inhaber Hans Bernhard Pikkemaat sagte unserer Redaktion am Montag, nach 15 Jahren habe sich eine gewisse Müdigkeit eingestellt. Gänzlich offen ließ er, wie seine Immobilie künftig genutzt werden könnte. Er möchte die 40.000 Quadratmeter Grundstück und 5000 Quadratmeter Nutzfläche verpachten.

Bielefelder Disco will pachten

Ist die Zukunft des Aura tatsächlich noch gänzlich offen? Die Bielefelder Disco Prime hat Interesse am Aura, bestätigte Waldemar Schröder, Event Manager des Prime, unserer Redaktion. „Ja, wir haben Interesse, und es ist fast unter Dach und Fach“, sagte er. Der Vertrag sei aber noch nicht unterschrieben, daher wollte er sich nicht weiter zu den Verhandlungen äußern. In der kommenden Woche könne es zum Vertragsabschluss kommen. Zur möglichen Pachtsumme wollte sich Schröder nicht äußern.

Aura-Inhaber widerspricht

Das will Aura-Inhaber Hans Bernhard Pikkemaat nicht bestätigen. Derzeit sei weder etwas unterschrieben noch entschieden. Es gebe verschiedene Interessen, darunter ein niederländischer Paintball-Betreiber und zwei bis drei weitere Discobetreiber – darunter auch das Prime. Lediglich einem Bordellbetreiber habe der Unternehmer bereits abgesagt. Erst bis Mitte August will sich Pikkemaat festlegen, was aus dem Aura wird. Ihm sei ein Pächter wichtig, der langfristig überleben könne.

Neuer Name für das Aura

Sollte sich Pikkemaat mit dem Prime-Betreiber einigen, werde es nicht lange dauern, bis die Disco in Ibbenbüren wieder öffne – dann aber wohl mit neuem Namen, sagte Schröder. „Vorher werden wir wohl noch ein paar Veränderungen vornehmen.“

Auch Prime gibt es seit 15 Jahren

Das Prime in Bielefeld ist ebenfalls eine Großraumdisco. Auch sie gibt es seit 15 Jahren – damit verfügt der Inhaber über reichlich Erfahrung auf dem Gebiet. Das Prime fasst 2500 bis 3000 Gäste. Damit ist es etwas kleiner als das Aura.

Verband sieht kein Discosterben

Auch Stephan Büttner vom Bundesverband deutscher Discotheken und Tanzbetriebe bestätigte unserer Redaktion, beim Aura gebe es lediglich einen Betreiberwechsel. Von einem Discosterben, wie es manche Medien berichten, möchte er nichts wissen. „Oftmals ist es nur ein Betreiberwechsel – wie beim Aura nun auch“, sagte Büttner. Nur punktuell bereinige sich der Markt, wo es eine hohe Dichte an Discos gebe. Allerdings hätten sich die Rahmenbedingungen für Discobetreiber in den vergangenen Jahren erheblich verschlechtert. Dazu zählt Büttner das Rauchverbot, das den Discos weiterhin zu schaffen mache, den Mindestlohn, Vergnügungssteuer, Gema-Gebühren, Pachtzinsen und ein seiner Aussage zufolge antiquiertes Arbeitszeitgesetz.

Pikkemaat stolz auf Aura-Zeit

Pikkemaat ist stolz auf die Zeit des Aura: Eigenen Angaben zufolge habe es mehr als 3000 Parties in 15 Jahren mit mehr als sieben Millionen Gästen gegeben. „Über eine Dekade lang sind wir eine der erfolgreichsten Discos in Deutschland gewesen“, sagte Pikkemaat. Alle großen DJs wie Sven Väth und Westbam hätte er ins Aura holen können. Bei der Loveparade sei er mit einem eigenen Wagen dabei gewesen. 2001 bekam er den Discothekenunternehmerpreis vom Bundesverband deutscher Diskotheken und Tanzbetriebe (BDT).

In den kommenden ein bis zwei Jahren will sich Pikkemaat auch von seinen anderen großen Discos verabschieden, bestätigte er unserer Redaktion.