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Zweizeitige Geburt Zwillingsgeburt in Paderborn mit fünf Wochen Abstand

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Unterschiedliche Geburtstage haben die Zwillinge, die in Paderborn auf die Welt gekommen sind. Foto: imago/Science Photo LibraryUnterschiedliche Geburtstage haben die Zwillinge, die in Paderborn auf die Welt gekommen sind. Foto: imago/Science Photo Library

Osnabrück. Sensation in Paderborn: Im St. Vincenz-Krankenhaus hat eine Frau Zwillingsmädchen zur Welt gebracht – im Abstand von 38 Tagen. Zweizeitige Geburt heißt dieses ungewöhnliche Ereignis.

June und Liv heißen die Zwillinge, die ihre Geburtstage nicht am gleichen Tag feiern können. „Eine solche zweizeitige Geburt habe ich noch nicht erlebt und werde sie wahrscheinlich auch kein zweites Mal erleben“, sagt Christine Schmücker. Die Leitende Oberärztin der Geburtshilfe am St. Vincenz-Krankenhaus ist seit 15 Jahren im Beruf.

490 Gramm Geburtsgewicht

Laut einer Mitteilung des Krankenhauses kam June bereits am 6. März auf die Welt – in der 24. Schwangerschaftswoche und damit viel zu früh. Bei der Geburt wog sie nur 490 Gramm.

Nach einem Blasensprung setzten bei ihrer 27-jährigen Mutter die Wehen ein. Nachdem June auf natürlichem Weg auf die Welt gekommen war, konnten die Ärzte die Wehen mit Medikamenten stoppen. „Da die Kinder in getrennten Fruchtblasen herangewachsen waren und der Blasensprung nur die erste Fruchtblase betraf, konnte das zweite Zwillingsmädchen im Mutterleib bleiben und dort ganz natürlich weiterwachsen“, heißt es in der Mitteilung weiter. Junes musste wegen Herz- und Lungenproblemen indes auf der Frühgeborenen-Intensivstation behandelt werden. (Weiterlesen: Frau in Münster bringt Vierlinge zur Welt)

Am Mittwoch nach Hause

Fünf Wochen später, am 13. April, kam ihre Schwester Liv auf natürlichem Weg zur Welt. Immer noch sehr früh, doch sie wog bei der Geburt bereits 960 Gramm. Da habe das Leben der Erstgeborenen noch auf des Messers Schneide gestanden, sagt Björn Beckers, Oberarzt der Klinik für Kinder und Jugendmedizin. „Umso froher sind wir jetzt, dass es beiden gut geht.“ June benötigt nur noch einige Tage lang zusätzlichen Sauerstoff. „Für uns war die Zeit hier im Krankenhaus eine wahre Achterbahnfahrt der Gefühle“, sagen die jungen Eltern. Am Mittwoch dürfen Mutter und Kinder nach Hause.

Enger Kontakt

Beckers freut sich mit den Eltern. „Es hatte den Anschein, dass sie die ganze Zeit von einer positiven Energiewelle getragen worden sind“, sagt er. Durch diese besondere Situation sei der Kontakt zu der Familie enger gewesen, als es sonst der Fall ist. „Wir mussten die ganze Zeit eine Frau betreuen, die schon Mutter war und gleichzeitig noch schwanger“, sagt der Oberarzt, der bislang ebenfalls noch keine zweizeitige Geburt miterlebt hat. „Es ist ein sehr seltenes Phänomen“, sagt er. „Das kommt zwar ab und an mal vor, aber es gibt keine genauen Daten darüber. Das zeigt, dass es selten ist.“


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