Karmänner aus Osnabrück dabei Sonne lockte 138 Oldtimer nach Münster


Münster/Osnabrück. Osnabrücker Oldtimer-Liebhabern ist kaum ein Weg zu weit, um ihr Schätzchen auszuführen. So geschehen jetzt in Münster, wo die 15. Auflage der Münster Classics anstand.

Die Resonanz war überwältigend: Bei herrlichem Sommerwetter trafen sich jetzt in der Münsteraner Speicherstadt 138 Oldtimer zur 15. Auflage der Münster Classics. Mit dabei: Ein enthusiastischer Haufen von Altauto-Liebhabern aus dem Osnabrücker Raum.

120-km-Tour

Die Oldtimerfreunde Münster&Münsterland organisieren seit Jahren diese Ausfahrt, die die Teilnehmer diesmal über eine gut 120 Kilometer lange Tour durchs Münsterland führte. Über zum großen Teil kleine Sträßchen ging es bei der Fahrt um nichts - außer um den Spass, alte Automobile auszuführen.

Alles vertreten

Von der „Knutschkugel“ BMW Isetta über Brot-und Butter-Autos von Opel, Ford und VW ging es über verschiedene Mercedes-Modelle und Vertreter ausländischer Marken wie Jaguar, Triumph, Alfa oder Fiat bis zu alten Nutzfahrezugen wie Mercedes 323 und ein Bus mit dem Stern auf dem Kühler vom Baujahr 1954.

Karmann-Ghia-Jubiläum

Damit eine solche Veranstaltung überhaupt durchgeführt werden kann, braucht es Sponsoren. Neben Firmen vieler Branchen aus dem Münsterland zeigte auch Volkswagen Classic mit Produkten der Osnabrücker Karmann-Schmiede Flagge. Die Crew aus der Hasestadt hatte groß aufgefahren: Unter dem Motto „60 Jahre Karmann Ghia“ zeigten die Experten den allerersten Prototypen des schnittigen Karmann Ghia.

Münster-Premieren

Diesem Ausstellungsstück begegneten auch viele Autoexperten in Münster zum ersten Mal. Nicht weniger beeindruckend war das 1:2-Modell eines Karmann-Ghia-Cabriolets, das Auszubildende des Volkswagenswerkes in Osnabrück vor etwa fünf Jahren, kurz nach der Übernahme von Karmann durch die Wolfsburger, mit viel Liebe zum Detail gebaut hatten.

Prototypen

Außerdem gehörte zur Karmann-Ausstellung in der Speicherstadt der Prototyp eines „großen“ Karmann Ghia Typ 34 aus dem Jahr 1965, der bereits über eine große Klappe im Heck verfügte, damit Gepäck bequemer eingeladen werden konnte. wie so viele gute Ideen von Karmann, wurde auch dieses Projekt schließlich nicht verwirklicht.

Brasilianer

Die 120-Kilometer-Tour nahmen schließlich zwei Karmann Ghia unter die Räder, die auf deutschen und europäischen Straßen etwas besonderes sind. Das Coupe und das Cabriolet liefen 1968 in Brasilien vom Band. Sie entstanden bei Karmann do Brasil, einem Standort, den die Osnabrücker zu Beginn der 1960er Jahre in unmittelbarer Nähe des dortigen VW-Werkes eröffnet hatten. Hier liefen Karmann-Autos vom Band, die teilweise nur für den Kenner unterschieden werden können. Hier geht es um unterschiedliche Rückleuchten, Außenspiegel, vordere Blinker, andere Felgen und Differenzierungen im Innenraum.

Flatterverdeck

Besonders augenfällig ist der Unterscheid beim Verdeck des Cabriolets: Wegen des häufig sonnigen Wetters in Brasilien verzichtete Karmann dort auf die hierzulande übliche, gut gefütterte Haube. Für die Südamerikaner musste es auch ein leichtes Flatterverdeck tun...

Karmänner aus Rheine

Überhaupt waren Produkte aus der Osnabrücker Karmann-Schmiede auch bei diesem Oldtimertreffen in der westfälischen Nachbarstadt gut vertreten. Neben Karmann-Ghia-Modellen verschiedener Baujahre sahen die vielen Zuschauer auch Käfer-Cabriolets aus den 60er und 70er Jahren sowie Porsche 912 aus den Osnabrücker Werkshallen.

Darüber hinaus gab es auch BMW-Coupe-Modelle der verschiedenen CS-Serien zu bestaunen, die im Werk Rheine ab 1965 für gut zehn Jahre vom Band liefen.

Überraschung

Als Überraschung gab es für jedes Team zum Abschluss der Veranstaltung eine tolle Überraschung, die ebenfalls mit VW-Osnabrück zu tun hat: Ein Wiking-Modell des Karmann-Ghia in der Sonderfarbe purpurrot, das nur in einer Auflage von 500 Exemplaren entstand und auf der Oldtimermesse Techno Classica im Frühjahr in Essen Premiere feierte.


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