Wohnung in Lingen durchsucht Wachmann stiehlt Bundeswehrwaffen in Rheine

Auch Teile des Sturmgewehrs G36 hat der beschuldigte Wachmann gestohlen und verkauft. Symbolfoto: dpaAuch Teile des Sturmgewehrs G36 hat der beschuldigte Wachmann gestohlen und verkauft. Symbolfoto: dpa

Osnabrück. Ein Wachmann soll jahrelang Teile vollautomatischer Waffen aus einem Bundeswehrlager in Rheine gestohlen und verkauft haben. Die Staatsanwaltschaft Essen war eher zufällig auf den Mann aufmerksam geworden, während sie in einem anderen Fall ermittelte.

Der Zivilbeschäftigte hat von 2009 bis 2014 in rund hundert Fällen illegal Läufe, Verschlüsse und andere Waffenteile verkauft. Das berichtet „Der Spiegel“. Demnach hat der Mann gegenüber den Ermittlern eingeräumt, die Teile während seiner Streifgänge aus dem Depot am Kanalhafen in Rheine gestohlen zu haben.

Der Grund für die Ermittlungen war jedoch ein anderer, wie Oberstaatsanwältin Anette Milk im Gespräch mit unserer Redaktion mitteilte: Die verkauften Teile passen etwa zum Sturmgewehr G36, dem Maschinengewehr MG3 und zur Maschinenpistole MP2 („Uzi“). Hinzu kommen mehrere Nachtzielgeräte. Für diese Waffen genügen die Waffenscheine von Zivilisten nicht, so Milk. Entsprechend bildeten Verstöße gegen das Waffengesetz den eigentlichen Kern der Ermittlungen. Den Anstoß hatte ein Fall im Ruhrgebiet gegeben, bei dem ein Mann mit illegalen Waffen aufgefallen war.

Der beschuldigte Wachmann hat die gestohlenen Waffenteile vor allem über das Internetauktionshaus „eGun“ verkauft – eine Plattform für Jäger und Sportschützen. „Diese Plattform für sich genommen, ist völlig legal“, so Milk. Für einige Transaktionen benötigten jedoch sowohl Verkäufer als auch Käufer waffenrechtliche Erlaubnisse. Und die hatten sie nicht.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen 77 Menschen, die illegal Waffen von dem Beschuldigten bezogen haben. Ihre Wohnungen seien deshalb im März vergangenen Jahres durchsucht worden, so die Oberstaatsanwältin – unter anderem in Ibbenbüren, Hörstel und Lingen. Die Ermittlungen ständen inzwischen kurz vor dem Abschluss.


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