Kritik von „Pro Teuto“ Klärschlammverbrennung: Dyckerhoff Lengerich nimmt Regelbetrieb auf

Von Michael Baar

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Die Klärschlammanlage im Dyckerhoff-Werk Lengerich. In der nächsten Woche will das Unternehmen die Klärschlammverwertung in der Drehofenlinie 8 aufnehmen. Foto: privatDie Klärschlammanlage im Dyckerhoff-Werk Lengerich. In der nächsten Woche will das Unternehmen die Klärschlammverwertung in der Drehofenlinie 8 aufnehmen. Foto: privat

Lengerich. In der nächsten Woche wird die Firma Dyckerhoff die Mitverbrennung von kommunalem Klärschlamm in der Drehofenlinie 8 im Werk starten. Das hat das Unternehmen gestern mitgeteilt. Frühester Termin ist Montag, 9. März, erklärt Michael Roßmanith.

Der „Klärschlammverwertung“ sind Umbaumaßnahmen und die Installation zusätzlicher Messeinrichtungen vorausgegangen. Das Genehmigungsverfahren hat sich über mehr als zwei Jahre erstreckt. Vorausgegangen war der versuchsweise Einsatz von Klärschlamm in einem Zeitraum von mehr als zwei Jahren. Dabei sei „die Verwertung von Klärschlämmen unter strengen Auflagen getestet und bewertet“ worden, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens.

Thema nicht vom Tisch

Für die Bürgerinitiative Pro Teuto, die sich gegen die Mitverbrennung von Klärschlamm starkgemacht hat, ist das Thema damit nicht vom Tisch. „Wir warten auf eine Entscheidung der Bezirksregierung über unseren Antrag auf Rücknahme der Genehmigung aus dem Jahr 2005“, sagt Sigrid Elling-Augé.

Nach Auffassung der BI ist vor zehn Jahren bei der Genehmigung zur Mitverbrennung anderer Stoffe (unter anderem Lösemittel) die FFH-Verträglichkeit „mangelhaft“ gewesen.

Warum das Unternehmen auf Klärschlamm setzt, erläutert Werksleiter Franz-Josef Barton: „Mit dem mineralischen Anteil des Klärschlamms ersetzen wir die bei der Zementherstellung benötigten Rohstoffe Sand und Ton, so schonen wir natürliche Ressourcen.“ Die Verwertung von Klärschlamm im Drehofen erfolge bei Temperaturen von bis zu 1200 Grad Celsius.

Stadt am Zug

Dabei werden laut Mitteilung des Unternehmens organische Schadstoffe und Erreger zerstört, anorganische Schadstoffe im Zementklinker eingebunden.

Pro Teuto sieht jetzt die Stadt Lengerich am Zug. Deren vordergründige Aufgabe sei es, die Protokolle der Schadstoffmessung einzusehen und auf Daten-Transparenz zu achten. „Wir bleiben am Ball“, verspricht Sigrid Elling-Augé. Die BI werde künftig Nachweise über die Ausschleusung der Filterstäube aus dem Ofensystem einfordern.

Klärschlamm

Zum Einsatz gelangen wird ab nächster Woche auch Klärschlamm aus dem Abwasserwerk Lengerich, der aus der Reinigung der Abwässer aus Lengerich, Lienen und Brochterbeck anfällt, schreibt Dyckerhoff weiter.

Dieser Klärschlamm sei früher über eine Strecke von fast 400 Kilometern nach Brandenburg gefahren und dort auf Äckern ausgebracht worden.


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