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Muslimische Gemeinden äußern sich Drei Männer aus Ibbenbüren kämpfen für IS

Hagje Berisha (Begegnungszentrum), Musa Gashi (Albanisch-Islamisches Kulturzentrum), Yilmaz Aktepe und Recep Ataman (beide Verband Islamischer Kulturzenren), l-r) nehmen im Rathaus in Ibbenbüren (Nordrhein-Westfalen) an einer Pressekonferenz teil. Sie äußerten sich zur Abwanderung Ibbenbürener Muslime zur Terrororganisation IS. Foto: dpaHagje Berisha (Begegnungszentrum), Musa Gashi (Albanisch-Islamisches Kulturzentrum), Yilmaz Aktepe und Recep Ataman (beide Verband Islamischer Kulturzenren), l-r) nehmen im Rathaus in Ibbenbüren (Nordrhein-Westfalen) an einer Pressekonferenz teil. Sie äußerten sich zur Abwanderung Ibbenbürener Muslime zur Terrororganisation IS. Foto: dpa

bjb/kossag/dpa Ibbenüren/Osnabrück. Laut Mitgliedern muslimischer Gemeinden in Ibbenbüren sind drei Personen aus dem Ort in Nordrhein-Westfalen ins Krisengebiet Syrien und Irak gezogen, um im Namen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu kämpfen. Das gaben die muslimischen Gemeinden am Freitag im Ibbenbürener Rathaus bekannt.

Mindestens drei junge Männer aus Ibbenbüren (Kreis Steinfurt) sollen sich der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) angeschlossen haben. Nach Angaben eines Sozialarbeiters der Stadt Ibbenbüren stammen die drei ausnahmslos aus guten Verhältnissen, einer stand kurz vor dem Abschluss seines Studiums zum Elektrotechnik-Ingenieur. Die muslimischen Vereine und Verbände in Ibbenbüren zeigten sich am Freitag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bürgermeister Heinz Steingröver (SPD) schockiert. Niemand könne sich die Häufung der Fälle in Ibbenbüren erklären, Hintermänner seien nicht bekannt.

Selcuk Özdemir, langjähriger Mitarbeiter des Begegnungszentraums für Ausländer und Deutsche, erklärte, die drei Männer seien in Ibbenbüren geboren, alle hätten einen deutschen Pass, seien in Ibbenbüren in den Kindergarten und zur Schule gegangen. Ihre Familien seien intakt und hätten ein gutes Einkommen. Was die Jugendlichen dazu treibt, für IS in den Krieg zu ziehen, sich Terroristen anzuschließen, konnten weder Özdemir noch die Vertreter der muslimischen Gemeinden erklären. Das herauszubekommen sei Sache der Polizei, so Bürgermeister Heinz Steingröver. Özdemir betonte, er sei überzeugt, dass diese jungen Männer nicht aus Ibbenbüren gesteuert werden.

Muslimische Gemeinden distanzieren sich klar vom IS

Auf einer Pressekonferenz am Freitag im Ibbenbürener Rathaus haben sich die muslimischen Gemeinden vom Terror des IS eindeutig distanziert. Die Muslime hatten die Stadt gebeten, sich auf einer Pressekonferenz äußern zu dürfen. Vor zahlreichen Medienvertretern machten Mitglieder des Begegnungszentrums Ausländer und Deutsche, des türkisch-islamischen Kulturvereins, des Verbandes islamischer Kulturzentren, des albanisch-islamischen Kulturzentrums und der Gemeindemoschee Ibbenbüren der islamischen Gemeinschaft Milli Görüs deutlich, dass sie sich vom Terror des IS absetzen und ihr Glaube etwas anderes aussage, sagte André Hagel, Pressesprecher der Stadt Ibbenbüren unserer Redaktion.

Vali Firtina, Sprecher des Türkisch-Islamischen Kulturvereins (Ditib) und Ditib-Regionalvorsitzender, zeigte sich bestürzt darüber, dass die jungen Männer sich IS angeschlossen haben. „Wir distanzieren uns davon.“ Als Vater habe er mit den Familien mitgelitten. Auch Musa Gashi (Albanisch-Islamisches Kulturzentrum) betonte: „Gewalt hat in unserer Gemeinde keinen Platz.“ Und Hagje Berisha fügte hinzu, es werde niemals in der Gemeinde geduldet, dass jemand radikal wird.

Wie die Pressesprecherin der zuständigen Staatsanwaltschaft Dortmund, Dr. Barbara Vogelsang, am Freitag auf Anfrage unserer Zeitung erklärte, würden im gesamten Zuständigkeitsbereich ihrer Behörde Fälle im „unteren zweistelligen Bereich“ verfolgt. Tatvorwurf: Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat (§89a Strafgesetzbuch). Zu Einzelheiten, also auch zu Ibbenbüren, wollte sie keine Angaben machen, um die „sensiblen Ermittlungen nicht zu gefährden“.

Auf der Pressekonferenz wurde außerdem bekannt, dass ein Vater gegen seinen Sohn Anzeige erstattet habe, da dieser sich dem IS angeschlossen habe. Die Kreispolizei Steinfurt wollte sich zu den drei in den Krieg gezogenen Personen wegen laufender Ermittlungen nicht äußern. Die betroffenen Familien haben nach Aussage des Sozialarbeiters keinen Kontakt mehr zu ihren Söhnen.

(mit dpa)

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