zuletzt aktualisiert vor

Landgericht Bielefeld Lebenslange Haft für Mord an kleinem Dano

Von

Das Landgericht Bielefeld hat den Mörder des kleinen Dano zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Foto: dpaDas Landgericht Bielefeld hat den Mörder des kleinen Dano zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Foto: dpa

ski/dpa Bielefeld. Das Landgericht Bielefeld hat den Mörder des fünfjährigen Dano zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der 43 Jahre alte Ibrahim B. aus Herford den Jungen aus niedrigen Beweggründen ermordet hat.

B. habe die Tat aus „Wut, Frust und Zorn“ wegen seiner gescheiterten Beziehung zu seiner Lebensgefährtin begangen, hieß es am Mittwoch. Die Verteidigung hatte auf Körperverletzung mit Todesfolge und für eine „angemessene Strafe“ plädiert. Der Angeklagte hatte zugegeben, Dano geprügelt und den Mund zugehalten zu haben. Er habe ihn aber nicht töten wollen.

Große Suchaktion

Am 14. März war Dano in der Herforder Innenstadt verschwunden. Es folgte eine der größten Suchaktionen in der Geschichte der Stadt. Hundertschaften durchkämmen Grünanlagen, Hinterhöfe und Gebäude, Taucher suchten den Grund der Werre ab. Auch Hunde und Hubschrauber waren im Einsatz.

Drei Wochen später, am 3. April entdeckte die Polizei nach einem Zeugenhinweis die Leiche des Jungen nahe des Werre-Ufers, eingepackt in einem Trolley. Wenig später wurde der nun Verurteilte festgenommen, der in der Nachbarschaft des Jungen lebte.

Die Obduktion der Leiche des Jungen hatte ergeben, dass Dano massive Verletzungen im Gesicht erlitten hatte: Der Bericht sprach von ausgeschlagenen Zähnen und Brüchen. Schließlich gestorben war der Junge durch Erdrosseln, das hatte ein Gerichtsmediziner im Laufe des Prozesses noch einmal zu Protokoll gegeben.

Eine weitere Tat?

Gegen den Verurteilten läuft ein weiteres Ermittlungsverfahren. Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt gegen den 43-Jährigen wegen des Todes der achtjährigen Jenisa im Jahr 2007. Das Mädchen war auf dem Weg zu einer Tante, die aber nicht zuhause war. Im Fahrstuhl eines Hochhauskomplexes verlor sich die Spur des Mädchens.

Der Mann soll Mithäftlingen im Gefängnis den Mord an Jenisa gestanden haben und auch den Ort genannt haben, an dem er die Leiche vergraben hatte. Nach mehreren erfolglosen Suchaktionen stießen die Ermittler tatsächlich auf sterbliche Überreste des Mädchens.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN