Flughafen braucht fast 100 Millionen Euro FMO bittet Kommunen erneut zur Kasse

Meine Nachrichten

Um das Thema Nordrhein-Westfalen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Defizitär: Der unter mangelnder Auslastung leidende Flughafen Münster/Osnabrück in Greven. Foto: dpaDefizitär: Der unter mangelnder Auslastung leidende Flughafen Münster/Osnabrück in Greven. Foto: dpa

Osnabrück. Der Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) wird 2014 bei den Fluggastzahlen wohl um fünf Prozent zulegen, aber weiter rote Zahlen schreiben. Das Ergebnis 2014 könnte sogar schlechter auszufallen als das im Wirtschaftsplan vorgesehene Minus von 9,7 Millionen Euro. Die Banken machen nun weitere Kredite von einem neuen von den 15 Gesellschaftern getragenen Finanzierungskonzept abhängig. Am 20. Oktober wird der FMO-Aufsichtsrat darüber beraten.

Auf mehr als 90 Millionen Euro summiert sich der Schulden-Tower des Regionalairports. Zu dieser Höhe haben neben den jährlichen Verlusten unter anderem die Kosten für das 2001 eröffnete zweite Terminal sowie die Ausgaben für die verfolgte Startbahnverlängerung beigetragen. Um die vier Millionen Euro weist die Bilanz jährlich an Zinslasten aus.

Das vom FMO favorisierte Entschuldungs-Szenario sieht vor, dass die 15 Gesellschafter ab 2015 acht Jahre lang entsprechend ihren Anteilen Finanzspritzen geben – insgesamt knapp 100 Millionen Euro. Osnabrücks Kämmerer Thomas Fillep hatte kürzlich von rund 19,5 Millionen Euro gesprochen, die insgesamt von der Hasestadt zu stemmen wären. Münster als größter FMO-Gesellschafter, dessen rund 36-prozentigen Anteil die Stadtwerke halten, müsste insgesamt weit mehr als 30 Millionen Euro bis 2023 zuschießen, der Landkreis Osnabrück (5,08 Prozent) wäre mit rund 5,5 Millionen dabei.

In Münster ist der Plan umstritten. Gerhard Joksch, Aufsichtsratschef bei den Stadtwerken Münster, sagte den „Westfälischen Nachrichten“: „Der FMO möchte nicht nur einen Schluck aus der Pulle, er möchte gleich die ganze Pulle.“

Politischer Wille?

Der vorgesehene Beitrag der Stadt Osnabrück teilt sich zum einen in fünf jährliche Zahlungen in Höhe von 2,89 Millionen Euro auf, die sich zu 14,5 Millionen als Kapitalverstärkung addieren. Außerdem vorgesehen ist die Übernahme der dann noch verbleibenden Restverbindlichkeiten von 29,8 Millionen durch die Gesellschafter in Form von Darlehen entsprechend den FMO-Anteilen.

Für die Stadt wären das 17,9 Prozent oder noch einmal 5,4 Millionen Euro, die 2015 sowie 2021 bis 2023 fließen sollen. Fillep, der im FMO eine wichtige Infrastruktureinrichtung sieht: „Dann hat der Regionalairport eine Perspektive, ohne weitere Fremdschulden auszukommen, da die Fremdkapital-Lasten größtenteils wegfallen.“

Auch ein jährlicher Verlustanteil von 1,79 Millionen Euro, der beim derzeit anfallenden Zehn-Millionen-Minus von der Stadt Osnabrück zu tragen wäre, ist aus seiner Sicht vertretbar, wenn dies politischer Wille sei: „Der Öffentliche Personen-Nahverkehr wird auch jedes Jahr aus dem städtischen Haushalt mit rund sieben Millionen Euro unterstützt“, erklärt Fillep. Allerdings dürfe die Stadt die notwendigen Sparanstrengungen nicht aus den Augen verlieren.

Nachdem am 20. Oktober der FMO-Aufsichtsrat über das Finanzpaket beraten haben wird, müssen Räte und Kreistage der Gesellschafter bis Ende 2014 darüber entscheiden.

Weitere Wirtschaftsnachrichten aus der Region Osnabrück-Emsland unter www.noz.de/regionale-wirtschaft


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN