„Antanzmasche“ Taschendiebe beklauen Clubgänger in Münster

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Die Münsteraner Polizei warnt vor Taschendieben in Clubs. Auf dem Bild halten Jürgen Tölle (l.) und Ralf Bleeck das Plakat zur Kampagne. Foto: PolizeiDie Münsteraner Polizei warnt vor Taschendieben in Clubs. Auf dem Bild halten Jürgen Tölle (l.) und Ralf Bleeck das Plakat zur Kampagne. Foto: Polizei

Osnabrück/Münster.Die Polizei in Münster warnt vor Taschendieben, die sich ihre Opfer vor allem in Clubs und Diskotheken suchen. Mit der sogenannten „Antanzmasche“ hätten Kriminelle in den vergangenen drei Monaten in über 250 Fällen Handys und Bargeld erbeutet, so die Polizei Münster. Auch in Osnabrück ist das Phänomen bekannt.

„Oft merken die Opfer erst zu Hause, dass sie bestohlen worden sind“, sagt der Münsteraner Polizeisprecher Andreas Bode gegenüber unserer Redaktion. Die Ganoven tanzen ihre Opfer im Club an, gehen auf Tuchfühlung, umarmen sie und klauen bei der Gelegenheit Bargeld und Handy. „Manchmal sind es Einzeltäter, manchmal auch mehrere“, so Bode. Die Aufklärungsquote in Münster liege bei zehn Prozent.

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Wenn mehrere Täter zusammenarbeiten, stehle einer die Wertsachen und reiche sie dann an die Komplizen weiter. „Selbst, wenn das Opfer merkt, dass es bestohlen worden ist, ist es fast unmöglich das nachzuweisen, weil der eigentliche Dieb die Sachen ja gar nicht mehr hat“, so Bode.

Ansprechen auf Heimweg

Nicht immer schlagen die Ganoven in der Disco zu, manchmal passen sie ihre Opfer auch auf dem Heimweg ab. Beispielsweise fragen die Täter nach Feuer, bedanken sich mit einer überschwänglichen Umarmung und ziehen dabei die Wertsachen aus der Tasche des Opfers.

„Neben dem finanziellen Schaden ist der Diebstahl in der Regel auch mit einer Menge Gerenne zu diversen Ämtern verbunden, um sich die Dokumente neu zu besorgen“, sagt Bode. Unangenehm sei auch der Verlust von privaten Fotos und Kontakten, die auf dem Handy gespeichert sind.

Masche auch in Osnabrück bekannt

Ein paar Tipps hat Polizeisprecher Bode für Clubgänger: „Am besten man nimmt nur Bargeld und den Ausweis mit. Alle Karten, die man nicht braucht, sollte man zu Hause lassen. Den Heimweg sollte man in einer größeren Gruppe antreten.“

Auch in Osnabrück ist die „Antanzmasche“ bekannt, wie Frank Oevermann, Sprecher der Polizeiinspektion sagt. „Das kommt auch hier regelmäßig vor und ist keine Ausnahme.“

In den kommenden Tagen will die Polizei in Münster verstärkt Präsenz zeigen, um Taschendiebe abzuschrecken.

Die Polizei in NRW hat unter dem Motto „Augen auf und Tasche zu! Langfinger sind immer unterwegs“ eine Kampagne zu mehr Wachsamkeit gestartet. Nicht nur in Clubs lauern demnach Taschendiebe. „Die Diebe finden im Gedränge an Bahnsteigen und Haltestellen immer wieder Gelegenheiten, unbemerkt in fremde Taschen zu greifen“, so die Polizei.


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