„Tief berührt und sprachlos“ Werkstatt Schledehausen trauert nach Unfall in Halle

Von Nils Stockmann

Bei diesem Unfall auf der B 68 starben am Donnerstag zwei Beschäftigte der Werkstatt Schledehausen. Dort ist man sprachlos und versucht das Geschehene zu verarbeiten. Foto: Anke SchneiderBei diesem Unfall auf der B 68 starben am Donnerstag zwei Beschäftigte der Werkstatt Schledehausen. Dort ist man sprachlos und versucht das Geschehene zu verarbeiten. Foto: Anke Schneider

Bissendorf. Nach dem tödlichen Unfall am Donnerstag auf der B 68 bei Borgholzhausen ist die Unfallursache weiter ungeklärt. Derweil versucht man bei der Heilpädagogischen Hilfe das Geschehene zu verarbeiten.

Eigentlich hatte die Gärtnergruppe der Werkstatt Schledehausen einen schönen Tag in einem westfälischen Tierpark geplant. „Solche Ausflüge sind für die Beschäftigten enorm wichtig“, betont Elisabeth Müller-Suttmeyer aus der Geschäftsleitung der Heilpädagogischen Hilfe (HHO). Dort könne eine soziale Bindung aufgebaut werden und die Beschäftigten einfach Spaß am Leben haben.

Dann ereignete sich aber auf der B 68 bei Borgholzhausen gegen halb drei am Nachmittag der tragische Unfall , der zwei Menschenleben kostete. Der Bulli der Heilpädagogischen Hilfe geriet aus bisher ungeklärter Ursache in den Gegenverkehr und stieß frontal mit einem entgegenkommenden LKW zusammen. Ein 44-jähriger Passagier des Bullis verstarb noch am Unfallort, ein weiterer Insasse, 35 Jahre alt, später in einem Bielefelder Krankenhaus. Die weiteren Betroffenen wurden mit größtenteils schweren Verletzungen in umliegende Krankenhäuser gebracht. Einige schweben weiter in Lebensgefahr und sind derzeit nicht vernehmungsfähig, bestätigte die Polizei Gütersloh. Über den genauen Unfallhergang besteht derzeit noch Unklarheit, die Polizei ermittelt.

Für die HHO und insbesondere die Schledehausener Werkstatt ist das Ergebnis dieser Ermittlung aber erst mal nebensächlich. „Es ist eine enorm schwierige emotionale Situation“, erklärte Müller-Suttmeyer. Nie hätte man damit gerechnet, dass ein so tragischer Unfall auch im eigenen Umfeld passieren könne. Am Morgen seien die Beschäftigten der Werkstatt für Menschen mit Behinderung über den Unfall informiert worden, viele kannten die Betroffenen seit Jahren und waren gut mit ihnen befreundet. Deswegen sei der Unfall natürlich großes Thema, sagt Müller-Suttmeyer. „Viele sind sehr traurig. Wir bieten Hilfe an, wo wir können.“ Psychologische Mitarbeiter seien ebenso eingeschaltet wie externe Helfer der Notfallseelsorge, auch für die Angehörigen bestehe das Angebot der Unterstützung. „Wir sind tief berührt und sprachlos“, fasst Müller-Suttmeyer die Stimmung unter den Beschäftigten der Werkstatt zusammen. Die Lücke sei schon jetzt spürbar.

Auch bei der HHO möchte man die Ergebnisse der polizeilichen Untersuchung abwarten, bevor man sich abschließend äußert. Müller-Suttmeyer betont aber: „Der Fahrer unseres Bullis ist ein langjähriger Mitarbeiter der HHO, der seit langer Zeit mit unseren Fahrzeugen vertraut ist. Ausflüge , auch mit Extremsituationen an Bord gehören zum Alltagsgeschäft.“ Alle betreuenden Angestellten der HHO, so auch der 56-jährige Fahrer, würden regelmäßig auf ihre Fahrtauglichkeit überprüft. Auch Fahrsicherheitstrainings gehörten zum festen Programm. „Dasselbe gilt auch für die Fahrzeuge“, ergänzt Müller-Suttmeyer. Diese würden in regelmäßigen Abständen intern und extern inspiziert.