zuletzt aktualisiert vor

Familientragödie Steinfurter Mutter soll drei Kinder getötet haben

Von Michael Clasen


Steinfurt. Die drei in Steinfurt-Borghorst getöteten Kinder sind Opfer einer Familientragödie geworden: Nach Angaben der Staatsanwaltschaft starben sie bei einem Selbstmordversuch der Mutter. Die 39-Jährige überlebte verletzt. Ihr droht nun eine Anklage wegen dreifachen Mordes.

Das Mädchen und die beiden Jungen waren am Montagnachmittag in Steinfurt-Borghorst tot aufgefunden worden . Die drei Kinder starben nach Angaben der Staatsanwaltschaft an einer Kohlenmonoxidvergiftung. Das habe die Obduktion der Kinderleichen ergeben.

Der Bruder der 39-jährigen Kindsmutter hatte die Rettungskräfte verständigt, nachdem er seine Schwester und ihre drei Kinder gestern im Elternschlafzimmer hinter geschlossener Tür gefunden hatte. Für die drei Kinder kam jede Hilfe zu spät. Rettungskräfte konnten nur die 39-Jährige reanimieren. Sie wird in einer Klinik behandelt, schwebt aber nach unseren Informationen nicht in Lebensgefahr. Im Schlafzimmer fanden die Beamten zwei Holzkohlegrills, durch die die Vergiftung verursacht wurde.

„Die Frau kann zur Zeit noch nicht vernommen werden,“ sagte Kriminalhauptkommissar Ulrich Bux, der die 14-köpfige Mordkommission leitet. „Die Angehörigen werden von uns betreut. Die Spurensicherung dauert an.“

„Nach derzeitigem Ermittlungsstand ist davon auszugehen, dass die 39-Jährige ihre drei Kinder und sich selbst töten wollte. Sie hinterließ einen Abschiedsbrief und hatte im Flur auf einem Zettel vor Kohlenmonoxid gewarnt“, erklärte Oberstaatsanwalt Stefan Lechtape. „Wir gehen im Moment von einer Verzweiflungstat der Mutter aus.“

Der leibliche Vater des dreijährigen Mädchens und des vier Jahre alten Jungen sitzt derzeit eine Haftstrafe ab. Der elfjährige Sohn stammt aus einer früheren Beziehung der Frau.

Gegen die 39-Jährige wird Haftbefehl wegen dreifachen Mordes beantragt.