Sechs Rinder gekeult Öl vergiftet Weide in Gronau - Ursache ungeklärt

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Drei größere Öllachen auf einer Weidefläche halten die Behörden in Gronau Epe seit Samstag auf Trapp. Symbolbild: dpaDrei größere Öllachen auf einer Weidefläche halten die Behörden in Gronau Epe seit Samstag auf Trapp. Symbolbild: dpa

Osnabrück. Drei größere Öllachen auf einer Weidefläche halten die Behörden in Gronau Epe seit Samstag auf Trab. Ein Bauer, der eine der Flächen bewirtschaftet, bemerkte die erste Lache, als sechs seiner Rinder das Öl tranken. Sie mussten später gekeult werden. Die Herkunft ist weiterhin ungeklärt.

Auf der Wachholderheide in Gronau-Epe geht es normalerweise sehr beschaulich zu. Seit vergangenem Samstag sorgen Bodenuntersuchungen und Bohrungen für regen Betrieb. Grund: Ein ortsansässiger Landwirt bemerkte bei seinen weidenden Rindern ein ungewöhnliches Verhalten. Als er sich die Sache aus der Nähe anschaute, stand er plötzlich in einer großflächigen Öllache. Er informierte die wenige Hundert Meter entfernte Salzgewinnungsgewerkschaft Westfalen (SGW).

Die SGW baut in der Nähe Salz in 1000 bis 1400 Metern Tiefe ab. Beim Abbau entstehen Hohlräume, sogenannte Kavernen, die zur Lagerung von Öl genutzt werden. „In drei der fünf Kavernen lagert die nationale Ölreserve, etwa 1,4 Millionen Kubikmeter Rohöl“, sagt Andreas Nörthen im Gespräch mit unserer Redaktion. Nörthen ist Pressesprecher der Bergbauabteilung der Bezirksregierung Arnsberg, die in diesem Falle zuständig ist, da die Ursache beim SGW vermutet wird.

In Deutschland ist die Erdölbevorratung für Krisenfälle im Erdölbevorratungsgesetz geregelt. Insgesamt werden nach EBV-Angaben in Deutschland 23,13 Millionen Tonnen Rohöl und Produkte gelagert. Ein Großteil der Vorräte lagert in Salzkavernen im Norden Deutschlands. Die Kaverne in Gronau lagere nach Angabe von Andreas Nörthen die höchste Rohölreserve in Nordrhein Westfalen.

Die Behörde habe laut Nörthen umgehend die erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet. Es wurden Ölsperren errichtet und mehrere Kubikmeter des Wasser-Öl-Gemisches abgesaugt und entfernt.

Bei weiteren Kontrollen der angrenzenden Flächen stießen die Experten am Montag auf eine weitere Öllache, 70 bis 80 Meter entfernt von der ersten Fundstelle, am Rand eines Waldgebietes. Am Dienstag entdeckte ein Landwirt dann die dritte Stelle, an der Öl an die Erdoberfläche drang.

Untersuchungen dauern bis nach Ostern an

Die Herkunft des Rohöls ist weiterhin ungeklärt. Erste Vermutungen, wonach das Rohöl aus einer Verbindungsleitung, die von dem Kavernenfeld nach Ochtrup führt, stammt, könnten nicht bestätigt werden. „Die Leitung wurde vom SGW und vom TÜV durchgecheckt, die ist dicht“, teilte Nörthen am Donnerstag mit. „Da alle drei Ölfunde in geringer Tiefe, bei 2 bis 3 Meter, gemacht wurden, gehen wir jedoch davon aus, dass es sich um eine undichte Leitung handelt.“

An der Ursachenforschung sind zurzeit außer der SGW und der Bezirksregierung Arnsberg, ein Bodensachverständiger vom TÜV, Geologen, der geologische Dienst Nordrhein Westfalen, Vertreter der Wasserbehörde des Kreis Borken und der Landschutzbehörde Münster sowie Feuerwehren aus Gronau und Ahaus beteiligt.

Ruhe wird in dem beschaulichen Ort so schnell nicht wieder einkehren. Am Donnerstag soll beraten werden, wie die Arbeiten über die Feiertage fortgeführt werden. Außerdem werden die betroffenen Stellen abgesperrt, um mögliche Osterbesucher zu warnen. Das sollte allerdings bereits der beißende Benzolgeruch der über der Wachholderheide liegt erledigen.


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