230 Teilnehmer aufseiten der Partei "Die Rechte" Tausende demonstrieren gegen Neonazi-Marsch in Bielefeld

Von dpa

Tausende demonstrieren gegen den Aufmarsch der rechtsextremem Kleinstpartei "Die Rechte". Foto: Fabian Strauch/dpaTausende demonstrieren gegen den Aufmarsch der rechtsextremem Kleinstpartei "Die Rechte". Foto: Fabian Strauch/dpa

Bielefeld. Tausende Demonstranten sind am Samstag in Bielefeld gegen einen Neonazi-Marsch auf die Straße gegangen. Man halte die etwa 230 Teilnehmer aufseiten der Partei "Die Rechte" und die rund 10.000 Beteiligten von insgesamt 14 Gegendemos mit zahlreichen Sperrungen auseinander, sagte eine Polizeisprecherin.

Bis zum späten Nachmittag blieb es relativ ruhig. Es habe lediglich kleine Störungen gegeben. "Die Rechte" hatte ausgerechnet zum 81. Jahrestag des nationalsozialistischen Novemberpogroms zu Ehren einer inhaftierten, mehrfach verurteilten Holocaust-Leugnerin zu einem Marsch durch Bielefeld aufgerufen. Die Polizei war mit rund 1000 Kräften aus ganz Nordrhein-Westfalen vor Ort. Man habe den Rechten Äußerungen untersagt, die zum Hass gegen Teile der Bevölkerung aufstacheln oder den öffentlichen Frieden stören könnten und dem Versammlungsleiter eine Liste verbotener Parolen zugestellt. 

Gegendemos und Fahrradkorso

Gewerkschaften, Kirchen, Verbände und Parteien zeigten unter dem Motto "Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen" gemeinsam Flagge gegen die Neonazis. Unter den verschiedenen Gegendemos gab es auch einen Fahrradkorso. 

Die Partei "Die Rechte" demonstriert am 9. November, dem Tag der Pogromnacht, für die Freilassung der Holocaust-Leugnerin U. Haverbeck, die in Bielefeld in Haft sitzt. Die Polizei ist mit einem massiven Aufgebot, Wasserwerfern und Reiterstaffeln vor Ort, um mögliche Ausschreitungen zu verhindern. Foto: Fabian Strauch/dpa

Das Verwaltungsgericht Minden hatte Ende September eine Verfügung des Polizeipräsidiums Bielefeld kassiert, den Aufzug wegen des "historisch belegten Gedenktages" der Pogromnacht vorzuverlegen. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) hatte die Versammlung an dem historischen Datum «eine Schande» genannt und von "purer Provokation rechter Spinner" gesprochen.


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