Gegendemos am 9. November geplant NRW-Minister Reul: Rechte Demo in Bielefeld ist Provokation

Von kna

Auch im November vorherigen Jahres forderten rechte Demonstranten die Freilassung der Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck. Foto: dpaAuch im November vorherigen Jahres forderten rechte Demonstranten die Freilassung der Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck. Foto: dpa

Bielefeld. Unter dem Motto "Freiheit für Ursula Haverbeck" will die Partei "Die Rechte" am 9. November in Bielefeld auf die Straße gehen. Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) hat die geplante Demonstration zu Ehren der Holocaust-Leugnerin verurteilt.

Der Aufmarsch zu Ehren einer Holocaust-Leugnerin sei eine "Provokation ohnegleichen", sagte er am Montag in Düsseldorf bei einer Fachtagung zur Bekämpfung von Rechtsextremismus. "Auch wenn wir ihn nicht verbieten können, versichere ich unseren jüdischen Mitbürgern und israelischen Freunden: Wir in Nordrhein-Westfalen werden alles rechtlich Mögliche unternehmen, um diesen Judenhassern das Wasser abzugraben", sagte Reul. Die rechtsextreme Partei "Die Rechte" organisiert für den 9. November – den Gedenktag an die Novemberpogrome von 1938 – eine Demonstration gegen die Inhaftierung der Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck. Laut Partei wurde das Datum wegen des 91. Geburtstages von Haverbeck am Vortag gewählt. Ein Demonstrationsverbot der Bielefelder Polizei an diesem Tag hatte das Verwaltungsgericht Minden im September gekippt.

Mehrere Gegendemos geplant

Gegen die Aktion der rechtsextremen Partei plant das "Bielefelder Bündnis gegen Rechts" mehrere Gegendemonstrationen in der Bielefelder Innenstadt. "Wenn die Verfolgung und die Ermordung von Millionen von Jüd*innen sowie vieler weiterer Menschen verharmlost und das Naziregime verherrlicht werden sollen, müssen wir dem umso lauter widersprechen", so das Netzwerk auf seiner Internetseite. Dem Bündnis gehören nach eigenen Angaben Organisationen aus dem schulischen, politischen, sportlichen und kirchlichen Bereich an.

Das Bündnis erhält auch Unterstützung seitens des Fußballbundesligisten Arminia Bielefeld. Dieser hatte seine Mitglieder in der vergangenen Woche aufgefordert, sich an der Gegendemonstration zu beteiligen. Nachdem sich vor dem Heimspiel am Sonntag vor den Stadioneingängen Flyer für die Demo der Rechten fanden, rief der Verein zu einer Reinigungsaktion auf. Rund 100 Fans beteiligten sich daran. "Es ist eine gute Sache, dass wir uns auf unsere Fans verlassen können, wenn wir uns gegen Rechtsradikale stellen", sagte ein Vereinssprecher.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN