Von Stromberg bis Bielefeld Moritz Netenjakob mit neuem Programm im Zweischlingen

Als Ein-Mann-Ensemble kommt Moritz Netenjakob am Samstag nach Bielefeld. Foto: Britta SchüßlingAls Ein-Mann-Ensemble kommt Moritz Netenjakob am Samstag nach Bielefeld. Foto: Britta Schüßling

Bielefeld. Moritz Netenjakob hat Drehbücher für die Serien „Stromberg“ oder „Ladykracher“ geschrieben, er hat Bestseller veröffentlicht und steht seit einigen Jahren selbst auf der Bühne. Am Samstag, 2. November, zeigt er im Zweischlingen in Bielefeld sein neues Programm „Das Ufo parkt falsch“, in dem Reiner Calmund zum Kunstexperten wird.

Das Zweischlingen im Bielefelder Stadtteil Quelle blickt auf eine lange Geschichte zurück. 1835 befanden sich am heutigen Standort der Gaststätte so genannte Schlingen. Das waren Schlagbäume, die Fuhrwerken erst nach Zahlung eines Wegezolls die Durchfahrt gewährten. Dort eröffnete ein Mann namens Bentruperbäume vor 184 Jahren eine Schankwirtschaft, die Reisenden die Wartezeit angenehmer gestaltete.

Heute befindet sich im Zweischlingen eine Gastrobetrieb, der über die Grenzen Quelles für sein regelmäßiges Comedy- und Kabarettprogramm bekannt ist. Viele Newcomer kommen dorthin, einmal im Jahr wird dort der Bielefelder Kabarettpreis, ein an die Wand genagelter Pudding, vergeben.

Für seine Arbeit an den Drehbüchern zu „Stromberg“ hat Moritz Netenjakob 2006 den Adolf-Grimme-Preis gewonnen. Drei Jahre später veröffentlichte er seinen Roman „Macho Man“, der in die Spiegel-Bestsellerliste einstieg. Drei weitere Bücher folgten.

In seinem neuen Programm schlüpft der 49-jährige Autor und Comedian in verschiedene Rollen. Als Ein-Mann-Ensemble spielt er ein Ufo-Attacke, die von Herbert Grönemeyer, Udo Lindenberg und Reiner Calmund abgewehrt wird, er erzählt als Fußballreporter das Märchen „Hänsel und Gretel“, er schildert seinen ersten und letzten Auftritt auf einer Damensitzung und führt einen Clash der Kulturen vor: Deutsche Intellektuelle feiern zusammen mit türkischen Fundamentalisten Weihnachten.

Netenjakob, der seit 2003 mit der Schauspielerin Hülya Doğan-Netenjakob verheiratet ist, sprüht vor verrückten Einfällen. Er sei ein „Meister der Parodie, in Intonation und Gestik“, urteilte die Pforzheimer Zeitung. Die Allgemeine Zeitung aus Mainz schrieb: „Herrlich skurrile Szenen, die an Loriots beste Klassiker heranreichen.“

Im Zweischlingen geht das Programm am Samstag, 9. November, weiter mit Sarah Hakenberg, eine Woche später kommt Jean-Philippe Kindler, am 20. November findet dort das von Hennes Bender moderierte WDR-Kabarettfest mit Onkel Fisch, Nektarios Vlachopoulos, William Wahl und Alain Frei statt, am 23. November kommt Christian Schulte-Loh ins Zweischlingen, am 27. November gastiert die Show „Nightwash“ dort und den Monat beendet am 30. November Senay Duzcu.

Moritz Netenjakob, Zweischlingen, Bielefeld, Sa., 2. 11., 21 Uhr, Eintritt: 19 Euro. Kartentelefon: 0521/4042059.


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