Bei Unfall in Düsseldorf "Nur ein einziger Motorradfahrer": Pöbelnde Frau blockiert Rettungsgasse

Eigentlich sollte die Rettungsgasse für nachfolgende Einsatzwagen freigehalten werden. Doch eine 50-Jährige nutzte in Düsseldorf die Gasse, um bei den Polizisten ihrem Ärger freie Luft zu verschaffen. Foto: dpa/Jan WoitasEigentlich sollte die Rettungsgasse für nachfolgende Einsatzwagen freigehalten werden. Doch eine 50-Jährige nutzte in Düsseldorf die Gasse, um bei den Polizisten ihrem Ärger freie Luft zu verschaffen. Foto: dpa/Jan Woitas

Düsseldorf. Bei einem schweren Unfall in Düsseldorf hat eine Frau vergangene Woche die Rettungsgasse blockiert und Polizisten beschimpft. Nun wartet ein Strafverfahren auf die Düsseldorferin.

Ruhe im Stau bewahren – das war für eine 50-Jährige auf einer Schnellstraße in Düsseldorf vergangene Woche zu viel verlangt. Mehrfach verließ sie ihr Auto, ging über die Rettungsgasse zu den Einsatzkräften, störte und fragte, wie lange die Vollsperrung der B7 noch dauern würde.

„Als sie erneut ausstieg, schrie sie die Polizeikräfte an, sie könne nicht mehr warten, weil sie sonst ihren Termin absagen müsse“, sagte Polizeisprecher Kim Freigang gegenüber der Rheinischen Post. Die Polizisten schickten sie zurück zu ihrem Auto und erklärten, dass bei dem Unfall ein Mensch schwer verletzt wurde. Doch ihr Termin schien der Düsseldorferin wichtiger zu sein. Dafür müsse die Straße nicht gesperrt werden, habe sie gegenüber den Einsatzkräften gesagt.

Das war passiert: Ein 16-jähriger Motorradfahrer war gegen das Heck eines Autotransporters geprallt, dabei unter den Auflieger des Sattelschleppers gerutscht und mehrere Meter mitgeschleift worden. Die Straße wurde für die Bergungs,- und Rettungsmaßnahmen drei Stunden stadteinwärts gesperrt, was zu einem kilometerlangen Stau führte. Die Einsatzkräfte waren mit einem Großaufgebot vor Ort, der schwerverletzte Motorradfahrer musste mit einem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus transportiert werden. Ein Polizeisprecher teilte dem WDR am Sonntag mit, dass der 16-Jährige immer noch in Lebensgefahr schwebe.

„Niemand steht gern im Stau“, kommentierte ein Polizeisprecher den Zwischenfall mit der pöbelnden Autofahrerin. „Aber spätestens, wenn man weiß, dass ein schwerer Unfall der Grund ist, sollte man doch etwas Verständnis zeigen.“ Selbst nachdem die Beamten der Frau erklärt hatten, dass der 16-jährige Verletzte in Lebensgefahr schwebe, zeigte sich die 50-Jährige uneinsichtig. Der Fehler liege nicht bei ihr. Sie sei gezwungen zu warten, obwohl sie einen Termin habe. 

Mit seinem Motorrad war ein 16-Jähriger auf einer Schnellstraße in Düsseldorf gegen das Heck eines Autotransporters geprallt. Foto: dpa/David Young

Zu dem Zeitpunkt befanden sich bereits Seelsorger an der Unfallstelle, die Angehörige des Motorradfahrers betreuten. Dennoch schrie die Düsseldorferin laut Polizeiangaben weiter lautstark und ärgerte sich darüber, dass es sich „nur um einen einzigen Motorradfahrer“ handele.

Schließlich nahmen die Polizisten die Personalien der Düsseldorferin auf. Sie weigerte sich zunächst, ihren Ausweis vorzuzeigen und wehrte sich massiv, als die Polizisten ihre Handtasche durchsuchen wollten. Schlussendlich wurde ein Verfahreren gegen die Frau eingeleitet, ihr wird Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte vorgeworfen, weitere Tatbestände werden geprüft.


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