Nur die EC-Karte auflegen Duisburger Kirche testet digitale Kollekte

Von dpa

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Nach einer Pressekonferenz für die Vorstellung neuer digitaler Spendenmöglichkeiten wir ein digitaler Spendenkorb durchgereicht. Foto: Christophe Gateau/dpaNach einer Pressekonferenz für die Vorstellung neuer digitaler Spendenmöglichkeiten wir ein digitaler Spendenkorb durchgereicht. Foto: Christophe Gateau/dpa

Duisburg. Ohne Kleingeld, ohne PIN-Eingabe: Dank eines digitalen Kollektenkorbs können Gottesdienstbesucher in einer Duisburger Kirche ab Sonntag erstmals nur durch Auflegen ihrer EC- oder Kreditkarte spenden.

„Menschen haben oftmals gar kein Geld mehr dabei“, sagte der Pfarrer der evangelischen Salvatorkirche, Martin Winterberg, am Donnerstag bei der Vorstellung des Gerätes in der Ruhrgebietsstadt. Immer häufiger werde per Karte gezahlt. Daher wolle die Kirche den Menschen ermöglichen, so zu spenden.

Der digitale Kollektenkorb ist aus Kunststoff und soll optisch an seinen analogen Vorgänger erinnern. Auch Münzen oder Scheine können eingeworfen werden. Zusätzlich ist an dem Korb ein Display angebracht, an dem Kirchgänger sechs verschiedene Beträge auswählen können - in Duisburg zunächst zwischen zwei und 25 Euro. Die sogenannten NFC- und TOPP-Techniken machen es möglich, dass die Karte für eine Zahlung nur vor den Leser gehalten werden muss. Auch die geplante Verwendung des Geldes, beispielsweise die Sanierung eines Kirchenturmes, solle auf dem kleinen Bildschirm angezeigt werden, sagte der 56 Jahre alte Pfarrer.

Die Bank für Kirche und Diakonie (KD-Bank) stellt das Gerät zur Verfügung und wickelt den Zahlungsverkehr ab. Bei der Salvatorkirche kommen die Spenden den Angaben zufolge anonym an, bei den Spendern selbst erscheinen sie auf dem Kontoauszug und können von der Steuer abgesetzt werden. Er hoffe, dass die Kirche mehr Spenden einnehmen werde und das Bargeldaufkommen verringern könne, sagte ein Zahlungsverkehr-Experte der KD-Bank, Eckhard Wilms.

Ekkehard Thiesler (l), Vorstandsvorsitzender der Bank für Kirche und Diakonie, und Martin Winterberg, Pfarrer in der Salvatorkirche, halten bei einer Pressekonferenz für die Vorstellung neuer digitale Spendenmöglichkeiten einen digitalem Spendenkorb. Die Bank für Kirche und Diakonie (KD-Bank) stellt die neue Technologie vor. Sie soll zukünftig in Kirchengebäuden und Gottesdiensten zum Einsatz kommen. Foto: Christophe Gateau/dpa

Fest installierte EC-Kartenterminals wurden bereits in zahlreichen deutschen Kirchen getestet. Das eigenständige Eingeben der Summe und die Eingabe des PIN seien jedoch Hemmschwellen gewesen, sagt Wilms. Diese wolle man mit dem digitalen Kollektenkorb überwinden. Die Bank will fünf Prototypen des Geräts auch auf dem Evangelischen Kirchentag in Dortmund im Juni einsetzen. Insgesamt soll der Korb in 30 Gemeinden in ganz Deutschland getestet werden. Sechs Kirchenbanken sind an dem Projekt beteiligt.

„Ich glaube, dass es von vielen Jüngeren sehr positiv aufgenommen werden wird“, sagt der Pfarrer Winterberg. Auch für Touristen könne die neue Spendenmöglichkeit interessant sein. „Viele Ältere werden sich gegebenenfalls eher schwer tun“, vermutet er. Aber mit Bargeld könne auch weiterhin gespendet werden. Zudem sollen Kirchenmitarbeiter bei der Bedienung des Geräts helfen.

Ein Jahr lang will die Salvatorkirche den neuen Spendenkorb testen. Rund 1000 Euro werde das Gerät nach Angaben der Bank kosten, wenn die Kirche es dann weiter nutzen wolle. Zudem fallen pro Überweisung Gebühren an.

Seit Dezember wartet am Ausgang der Kirche bereits ein digitaler Spenden-Terminal. „Da sind die ersten 104 Euro schon drauf“, sagt der Pfarrer. Das sei noch nicht überwältigend, aber das Projekt stehe auch noch am Anfang.


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