Der etwas andere Jahresrückblick Diese kuriosen Einsätze verzeichnete die Bielefelder Polizei 2018

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Picknick auf der Autobahn? Keine gute Idee. Dieser Lkw-Fahrer hatte schlichtweg auf dem Standstreifen geparkt und dort gegessen. Fotos: Polizei BielefeldPicknick auf der Autobahn? Keine gute Idee. Dieser Lkw-Fahrer hatte schlichtweg auf dem Standstreifen geparkt und dort gegessen. Fotos: Polizei Bielefeld

Bielefeld. Die Arbeit der Polizei ist mitunter kurios, wie der Jahresrückblick der Polizei Bielefeld zeigt. Sie fasste nun ihre lustigsten und ungewöhnlichsten Einsätze aus 2018 zusammen.

Januar – Alkoholisierter Autofahrer uriniert vor Polizeiwache : Am 31. Januar hält der Fahrer eines Ford auf dem Gehweg vor der Polizeiwache Süd am Stadtring. Er steigt aus und pullert in einen Busch an der Einfahrt der Wache. Polizisten beobachten ihn dabei und kontrollieren ihn. Sie stellen fest: Der 24-Jährige ist betrunken. Den Führerschein nehmen sie ihn ab. Im Auto finden die Beamten eine halbvolle Flasche Weißwein. 

Februar – Unter Drogen um die Kurve gedriftet: Am Samstagabend, 10. Februar, nehmen zwei Polizeibeamte auf einem Supermarktparkplatz einen Verkehrsunfall auf. In diesem Moment fährt ein junger Mann mit seinem Mercedes mit hoher Geschwindigkeit und sehr lauter Musik auf den Parkplatz. Mit quietschenden Reifen driftet der Wagen um die Kurve. Ein Polizist muss zur Seite springen, um nicht von dem Auto erfasst zu werden. Die Beamten kontrollieren den Fahrer. Im Inneren des Mercedes riecht es nach Cannabis, der 20-Jährige wirkt bekifft. Der Bielefelder gibt zu, häufiger Cannabis zu rauchen. Trotz seiner Probezeit fahre er gerne sportlich, der Drogenkonsum sei seine normale Freizeitbeschäftigung. Er musst eine Blutprobe und seinen Führerschein abgeben.

März – Der in einen Container stieg und von der Polizei befreit werden musste: In Brackwedde wird ein Altkleidercontainer am Montag, 26. März, einem Mann zum Verhängnis, als er hineinklettert, um Kleidungsstücke daraus zu stehlen. Kurz vor Mitternacht erhält die Polizei einen Hinweis auf ungewöhnliche Aktivitäten an dem Container. Ein Mann nehme Kleidungsstücke entgegen, die ihm ein Komplize aus dem Inneren anreiche. Die Polizei trifft an dem Container niemanden mehr an, dafür bemerken die Polizisten einen Mann im Inneren des Behälters. Der Dieb ist nicht in der Lage, sich selbst aus dem Inneren zu befreien. Die Streifenbeamten müssen ihm behilflich sein. Der Mann erhält eine Anzeige.

April – Lampenbrand lässt Marihuana-Anbau auffliegen: Bei einem Wohnungsbrand am Freitag, 20. April, fliegt der Marihuana-Anbau eines Bielefelders auf. Die Feuerwehr meldet der Polizei morgens einen Wohnungsbrand. Nach Löschen des Feuers untersuchen Polizisten die Wohnung und finden ein beschädigtes Kabel eines Transformators, verbrannte Reste von Körben, abgepacktes Saatgut und verpacktes getrocknetes Marihuana. Der 29-jährige Wohnungsinhaber gibt zu, die Pflanzen für den eigenen Bedarf angebaut zu haben. Ein Strafverfahren wegen illegalen Anbaus von Betäubungsmitteln wird eingeleitet. 

Mai – Durstige Einbrecher? Zwischen dem 13. und 14. Mai kommt es zu einem Kellereinbruch an der Oldentruper Straße. Unbekannte dringen dort in ein Mehrfamilienhaus ein, verschaffen sich Zugang zu einem Keller und stehlen 21 Flaschen Wein im Gesamtwert von 200 Euro – obgleich in dem Keller auch noch weitere hochwertige Gegenstände lagern. Die Einbrecher fliehen unerkannt.

Juni – Junge Männer brechen Kondomautomaten auf : Eine Gruppe junger Männer bricht am frühen Samstag, 16. Juni, an der Brackweder Straße einen Kondomautomaten auf. Sie reißen ihn samt Betonsockel aus dem Boden und hebeln ihn auf. Als die Polizei nach einem Zeugenhinweis am Tatort eintrifft, laufen mindestens vier Männer davon. Während der Verfolgung zu Fuß stolpert ein 18-Jähriger, fällt in ein Gebüsch und wird geschnappt. Der junge Mann gibt an, nichts von einem Kondomautomaten zu wissen. Bei seiner Durchsuchung finden die Beamten jedoch zwei Packungen Kondome. Er ist betrunken und wird festgenommen. Etwas später findet die Polizei zwei weitere junge Männer und mutmaßliche Täter. Sie alle erhalten eine Anzeige. 

Juli – Gefährliches Picknick auf der Autobahn: Lkw-Fahrer sollen und müssen regelmäßig Pausen einlegen, „aber bitte nicht in der Form, wie es ein ungarischer Lkw-Fahrer am Mittwoch, 25.07.2018, auf der Autobahn 2 machte“, schreibt die Polizei. Autobahnpolizisten sind recht erstaunt über den Anblick dieses Truckers, der zu einer Mittagspause an der A2 angehalten und auf dem Standstreifen geparkt hatte. Direkt vor seinem Sattelzug hatte der Brummifahrer auf einem Klapphocker Platz genommen, einen Klapptisch aufgestellt und darauf sein Essen ausgebreitet. Die Beamten sichern die Gefahrenstelle ab und beenden die Pause des Truckers. Statt Essen erhält er ein Bußgeld.


August – 76 Verkehrswarnbaken von Autobahn gestohlen: Mitarbeiter der Autobahnmeisterei Oelde informieren am Montag, 6. August, die Autobahnpolizei über den Diebstahl von Warnbaken im großen Stil auf der A33. Gefährlich, denn im Bereich der Anschlussstelle Bielefeld-Zentrum/Ostwestfalendamm und an der Anschlussstelle Künsebeck ist nach dem Diebstahl die Verkehrsführung für Autofahrer teilweise nicht mehr eindeutig erkennbar. Die unbekannten Diebe ließen vereinzelt die Standfüße der Warnbaken zurück. Die Autobahnpolizisten stufen die Tat nicht nur als Diebstahl, sondern auch als Verkehrsstraftat – gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr – ein. Die Mitarbeiter der Autobahnmeisterei ersetzen umgehend die gestohlenen 76 Baken. Die Diebe werden nicht ermittelt.

September – Kartoffeldiebe sorgen für lange Gesichter bei Grundschulkindern: Ein nicht alltäglicher Fall von Diebstahl beschäftigt die Polizei am Mittwoch, 26. September. Die Betreiber eines Hofladens in Theesen hatten Kartoffeln geerntet. Eine Reihe Kartoffeln ließen sie stehen, um einer Schulklasse die Ernte zu ermöglichen und ihr Wissen rund um die Kartoffel zu vermitteln. Bei der Ankunft am Kartoffelacker am Vormittag stellen die Kinder aber fest: Die für sie vorgesehene Kartoffelreihe war komplett abgeerntet worden. Lediglich eine kleine Schaufel ließen die Diebe zurück. Dafür stahlen die Tunichtgute rund 400 Kilogramm Kartoffeln mit einem Verkaufswert von 560 Euro. 

Oktober – Autobahnpolizei stoppt Sattelzug mit verrutschter Ladung: Weniger kurios, dafür umso gefährlicher: Autobahnpolizisten stoppen am Mittwoch, 24. Oktober, einen Lkw. Der 47-jährige Fahrer hatte seine 25 Tonnen Ladung – alte Eisenbahnschienen – nicht richtig gesichert, Stahlträger hatten sich bereits selbständig gemacht. Die Beamten bemerken, dass sich die wenigen Stahlketten, die der Fahrer zur Ladungssicherung benutzt hatte, als wirkungslos erwiesen. Die Schienen waren derart schlecht gesichert, dass sich die schweren Stahlteile bereits verschoben hatten. Sie waren bei Fahr- und Bremsmanövern deutlich nach vorne gerutscht. Bei einer Vollbremsung hätten die Metallteile die Stirnwand des Aufliegers oder gar die Fahrerkabine durchschlagen können. Die Polizei untersagt dem Brummifahrer den Weitertransport. Ein anderer Lkw wird angefordert, der die Ladung – korrekt gesichert – übernimmt. Gegen den Fahrer und den verantwortlichen Unternehmer fertigt die Polizei Anzeigen.


November – Mann stiehlt Korsage: Am Mittwochnachmittag, 21. November, stiehlt ein 61-jähriger Bielefelder eine Korsage aus einem Modegeschäft an der Bahnhofstraße. Die Verkäuferin bemerkt den Diebstahl, läuft dem Tunichtgut nach und forderte ihn auf, die Korsage herauszugeben. Als er der Dieb sich weigert, greift die Frau nach dem Kleidungsstück. Darauf reagiert der Bielefelder aggressiv, rudert mit den Armen und tritt ihr mehrfach gegen das Bein. Passanten beobachten das Geschehen und schreiten ein. Erst dann lässt der 61-Jährige von der Korsage ab. Gegen den Mann wird Strafanzeige wegen räuberischen Diebstahls erstattet. 

Dezember – Frau verursacht ohne Führerschein und unter Drogeneinfluss Verkehrsunfall vor den Augen der Polizei : Am Mittag des Nikolaustags führen die Polizei an der Lerchenstraße Verkehrskontrollen durch. Vor den Augen der Beamten fährt eine 37-jährige Bielefelderin mit ihrem Fiat auf einen Mercedes auf. Der 44-jährige Fahrer hatte gebremst, um Fußgängern an einer Fußgängerfurt das Überqueren zu ermöglichen. Er wird bei dem Auffahrunfall leicht verletzt. Die Fiat-Fahrerin gesteht den Beamten, keinen Führerschein zu haben – und ein anschließend durchgeführter Drogentest fällt auch noch positiv aus.


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