Freigabe zwischen A30 und A2 Warum die Nordumgehung Fluch und Segen für Bad Oeynhausen ist

Bad Oeynhausen: Fahrt über die neue A30-Nordumgehung vor der offiziellen Freigabe im Dezember 2018.  Foto: Jörn MartensBad Oeynhausen: Fahrt über die neue A30-Nordumgehung vor der offiziellen Freigabe im Dezember 2018. Foto: Jörn Martens
Jörn Martens

Bad Oeynhausen. Nach zehn Jahren Bauzeit ist am Donnerstag die Nordumgehung in Bad Oeynhausen eröffnet worden. Für Autofahrer ist die nordrhein-westfälische Stadt bundesweit zum Inbegriff für Stau geworden. Seit Jahrzehnten kämpfen dort Bewohner für und gegen die Autobahn. Das Bauprojekt spaltet den Kurort.

Der Bad Oeynhausener Manfred Kreylos erlebte den starken Durchgangsverkehr in der Kurstadt hautnah mit. Foto: NOZEin Lkw nach dem anderen schiebt sich über die Mindener Straße im Kurort Bad Oeynhausen. Manfred Kreylos steht am Straßenrand u

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Chronologie zur Nordumgehung:

In den 70er Jahren gründen Bewohner im Bad Oeynhauser Stadtteil Babbenhausen eine Notgemeinschaft, als der A30-Zubringer in Rehme gebaut wird. Später kommen die Mitglieder des Vereins auch aus anderen Stadtteilen.

1984: Die Notgemeinschaft gegen die Nordumgehung beginnt ihre Öffentlichkeitsarbeit. Reiner Barg (damals Kandidat der Grünen für den Stadtrat) bringt eine Tunnellösung als Alternative zur Nordumgehung ins Spiel.

1988: Der Der Bad Oeynhausener Stadtrat spricht sich mehrheitlich

1991: gründeten die Nordumgehungsgegner eine Klägergemeinschaft. In den folgenden Jahren sammeln sie 100.000 Euro an Spenden für Gutachten, Experten und Anwälte ein.

1993: Kehrtwende im Stadtrat, der sich nun für den Bau der Nordumgehung entscheidet.

Februar 1999: Bürgerinitiative Pro Nordumgehung wird gegründet.

2001: Das Planfeststellungsverfahren von 1978 wird endgültig eingestellt.

Juni 2001: Die Bad Oeynhauser und Löhner haben erstmals die Gelegenheit, die Nordumgehung als Modell zu sehen.

9. Juli 2001: Bis zum Ende der Einwendungsfrist gehen 1408 Einwendungen gegen die Planung ein.

10. Februar 2003: Der Landesbetrieb Straßen NRW muss nachbessern und eine Verkehrsprognose und ein weiteres Klimagutachten nachreichen.

7. April 2006: Die Gegner der Nordumgehung wollen beweisen, dass der Bau eines Troges dem Schutz der städtischen Heilquellen nicht im Wege stehen würde. 

10. April 2006: Vermessungsarbeiten für die Nordumgehung beginnen.

Seit Herbst 2006 ruft die Notgemeinschaft gegen die Nordumgehung, die damals mehr als tausend Mitglieder hat, jeden Montag zur Demo durch die Innenstadt auf.

02. Januar 2007: Die Bezirksregierung Detmold schließt die Prüfung der Nordumgehung ab und erlässt den Planfeststellungsbeschluss.

12. März 2007: Drei Klagen gegen den Planfeststellunsbeschluss zur Nordumgehung sind beim Bundesverwaltungsgericht eingegangen. 

Juli 2008: Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig lehnt die Klage der Gegner gegen den Planfeststellungsbeschluss für die Nordumgehung ab.

Im Oktober 2008 beginnt der Bau der Nordumgehung. 

August 2015: Die Beschwerde einer Baufirma verzögert den Weiterbau der Nordumgehung

6. Dezember 2018: Offizielle Eröffnung der Nordumgehung

9. Dezember 2018: Freigabe der Nordumgehung für den Verkehr.


Kosten insgesamt: 230 Millionen Euro

Davon Brücken: 78 Millionen Euro

Tunnel: 23,5 Millionen Euro

Streckenbau: 56 Millionen Euro

Ankauf von Ausgleichsflächen: 27 Millionen Euro

Die Stadt Bad Oeynhausen bezahlte zusätzlich eine Million Euro für einen grobporigen Asphalt, der Lärm besser schlucken soll.

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