Vorbereitet für den Ernstfall? Passagierjet stürzt ab – Notfallübung am FMO

Von Christoph Beyer

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Übung für den Ernstfall: Die Einsatzkräfte am FMO löschten einen simulierten Flugzeugbrand nach einem Absturz. Foto: David EbenerÜbung für den Ernstfall: Die Einsatzkräfte am FMO löschten einen simulierten Flugzeugbrand nach einem Absturz. Foto: David Ebener 

Greven. Ein defekter Passagierjet streift ein Parkhaus und legt danach eine Bruchlandung hin. Was klingt, wie das Drehbuch zu einem Katastrophenfilm, wurde bei der Notfallübung am Flughafen Münster-Osnabrück realitätsnah simuliert.

Personen irrten ziellos umher, Flammen züngelten und dichter Rauch stieg auf. In das Dröhnen der Flughafensirene mischte sich das anschwellende Jaulen der Martinshörner. Bereits wenige Minuten nach der Alarmierung hatten erste Einsatzkräfte den arrangierten Unglücksort erreicht. 

Das Übungsszenario eines fast steuerungslosen Jets, eine mit 26 Passagieren besetzte Bombardier CRJ 900, die unsanft auf einer Wiese neben einem Parkhaus aufgesetzt hatte, wirkte bedrohlich. Ein brennender Container diente als Flugzeugersatz und wurde umgehend mit kräftigem Wasserstrahl besprüht. In Schutzkleidung und mit Atemschutzmaske rollten die Einsatzkräfte Schläuche aus und hievten erste Passagiere auf Tragen. Schauspielerische Künste wurden dabei den Unfalldarstellern abverlangt, die die verwirrten Passagiere glaubhaft verkörperten. Immer mehr Einsatzkräfte trafen am Ort des Geschehens ein. Insgesamt waren es rund 300 haupt- und ehrenamtlich Aktive, die an diesem Vormittag mitwirkten.

Sieht fast aus wie eine Turbine: Die Einsatzkräfte bei der Löschübung. Foto: David Ebener

In einem Abstand von zwei Jahren werden derartige Großübungen an internationalen Verkehrsflughäfen durchgeführt, so will es das Reglement der ICAO, die für den FMO zuständige Internationale Zivilluftfahrtorganisation. Der Schwerpunkt der Unfallübung wechselt dabei, um möglichst unterschiedliche Einsatzszenarien trainieren zu können. 

Die diesjährige Notfallübung fand als gemeinsame Übung des FMO mit der Stadt Greven statt. Da der laufende Flugbetrieb während der Übung aufrecht erhalten wurde, konnte nicht die gesamte Flughafenfeuerwehr an der Übung mitwirken. Beteiligt waren neben den Löschzügen der Freiwiligen Feuerwehr Greven auch die Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr Saerbeck. Mehrere Rettungsdienste beteiligten sich ebenfalls und sorgten unter anderem dafür, dass Passagiere zur Verletztenablagestelle gebracht und dort zeitnahe weiter versorgt wurden.

Mehrere Feuerwehren beteiligten sich an der Übung. Foto: David Ebener

Neben dem Training unter realistischen Bedingungen war auch die Verbesserung der Zusammenarbeit und Koordination aller beteiligten Einsatzkräfte erklärtes Übungsziel. Erschwerend kam hinzu, dass diesmal ein neues Funkkonzept des Kreises Steinfurt umgesetzt und gleichzeitig getestet wurde.  

Übungsbeobachter verfolgten das gesamte Geschehen und sammelten Informationen für die spätere Auswertung und Analyse. Ein aufmerksames Auge auf die Vorgänge hatten auch die Einsatzleitung und der eigens gebildete Stab.

Während sich das anfängliche Chaos auf der Wiese zunehmend lichtete, standen die Retter im nahen Parkhaus noch vor große Herausforderungen. Durch die, so die Übungsvorgabe, herabgestürzte Decke waren dort zwei Autos kollidiert und vier Personen eingeklemmt. Schweres Gerät musste per Hand herangeführt werden, ein schweißtreibender Aufwand unter Zeitdruck, der aber zum Erfolg führte.

"Eine realistische Darstellung des Notfallgeschehens ist wichtig, um den gewünschten Trainingseffekt zu erzielen und im Ernstfall schnelle Hilfe garantieren zu können " erklärte der stellvertretender Kreisbrandmeister Werner Henrichsmann.


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